Verbraucherschutz
Aigner attackiert Ernährungskonzerne

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner will stärker gegen "Schwarze Schafe" unter den Ernährungs- und Handelskonzernen vorgehen. Die Branche müsse stärker auf das neue Verbraucherbewusstsein reagieren. Foodwatch-Kampagnen hält die Ministerin indes für "bedenklich".
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HB DÜSSELDORF. Im Kampf gegen Verbrauchertäuschung will Aigner Auswüchse in der Wirtschaft beseitigen. Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche erklärte die CSU-Politikerin: "Es gibt in der Ernährungswirtschaft schwarze Schafe, und die sollten auch benannt werden dürfen." Zum Teil liege das "am wahnsinnigen Preisdruck" im Lebensmittelsektor, sagte Aigner: "Viele Hersteller sehen sich durch den Handel gezwungen, ständig ihre Kosten zu optimieren und ihre Produkte so günstig wie möglich zu produzieren." Mit der Einrichtung einer Internet-Plattform im kommenden Frühjahr will die Ministerin "einen längst überfälligen Dialog" zwischen Verbrauchern und Herstellern initiieren.

Von der Ernährungswirtschaft verlangt die Ministerin, auf das neue Verbraucherbewusstsein zu reagieren. "Die Verbraucher sind keine statischen Wesen. Sie entwickeln seit einiger Zeit ein stärkeres Bewusstsein bei Lebensmitteln, auch Faktoren wie eine Zunahme von Lebensmittel-Unverträglichkeiten und Allergien verändern das Verhalten. Daneben gibt es immer mehr technologische Entwicklungen im Nahrungsmittelbereich. Ein Beispiel: Vermeintliche Innovationen wie Klebeschinken sind zwar nicht gesundheitsschädlich, aber vielen Verbrauchern zuwider."

Scharfe Kritik übt die Verbraucherschutzministerin an Ex-Greenpeace-Aktivist Thilo Bode, der seit einigen Jahren mit der von ihm gegründeten Organisation Foodwatch öffentlich auf Missstände hinweist. Bode lebe von der "Skandalisierung", so Aigner: "Das ist sein Geschäftsmodell, um möglichst viele Mitglieder und Spendengelder zu gewinnen." Sie halte jedoch "Kampagnen, die ein Klima der Verunsicherung schüren, für bedenklich".

Mehr bei www.wiwo.de.

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