Verbraucherschutz
Gute Siegel, schlechte Siegel

Bei über 1000 Qualitätssiegeln kann man schnell den Überblick verlieren. Für die Bundesregierung sind nur wenige dieser Label relevant. Zwei möchte sie jetzt aufwerten. Verbraucherschützer halten davon wenig.
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BerlinAls sich die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industriestaaten (G7) vor zwei Jahren im bayrischen Elmau trafen, wurde nicht nur über Freihandelsabkommen, Treibhausgase oder aktuelle Krisenherde gesprochen, sondern auch über die Globalisierung und ihren Folgen für die Gesellschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte damals die große Verantwortung für vernünftige Arbeitsbedingungen in den Lieferketten. „Wir alle haben die schrecklichen Bilder von Rana Plaza in Bangladesch vor Augen“, sagte Merkel seinerzeit.

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza 2013, bei dem über 1000 Menschen starben, warf ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern. Und veranlasste die Bundesregierung die Einhaltung von Arbeits-, Sozial-, und Umweltstandards entlang der internationalen Lieferketten zu einem Schwerpunkt ihrer G7-Präsidentschaft im Jahr 2015 zu machen. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sterben jährlich 2,3 Millionen Menschen an Folgen der Arbeit, davon etwa 350.000 bei Arbeitsunfällen und etwa zwei Millionen an arbeitsbezogenen Krankheiten.

In Elmau versprachen die G7-Staatschefs, sich für besser durchschaubare Lieferketten einzusetzen und Unternehmen wie Branchen dazu zu ermutigen, sich enger mit Leitlinien zur Wahrung der Sorgfaltspflicht  zu befassen. Ein verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement sollte, so der Wunsch, auch von Umwelt - und Sozialsiegeln aufgegriffen werden. Das Thema ist Teil einer neuen nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, mit der die Bundesregierung ihren Beitrag für eine bessere Welt leisten will. Das Kabinett beschloss dazu Anfang des Jahres ein 250-seitiges Aktionsprogramm, das bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll.

Zum Ziel gesetzt hat sich die Regierung etwa, „Informationen zu glaubwürdigen Siegeln und Labeln für gute Kaufentscheidungen“ bereitzustellen und bestehende „glaubwürdige Zeichensysteme“ wie den Blauen Engel auf weitere verbraucherrelevante Produktgruppen auszubauen.

Diese Pläne werden nun offenbar konkret – und sind nicht nur auf ein Verbraucher-Label beschränkt. „Die Bundesregierung strebt an, dass beim Umweltzeichen „Blauer Engel“ und  beim europäischen Umweltzeichen zukünftig die Lieferketten stärker berücksichtigt werden“, heißt es in einer dem Handelsblatt vorliegenden Antwort des Bundesumweltministeriums auf einer Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Nicole Maisch.

Begründet wird dies unter anderem damit, dass global nachhaltiger Konsum nur dann möglich sei, „wenn auch die international vereinbarten Arbeits- und Sozialstandards in globalen Lieferketten Anwendung finden“. Die Bundesregierung setze sich daher, wie es in der Antwort heißt, „ressortübergreifend für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, für gute Arbeit sowie für nachhaltige Produktions- und Lieferketten weltweit ein“. Das Thema soll auch im  Rahmen  der  deutschen  G20-Präsidentschaft vorangetrieben werden,  „um so Menschen-,  Arbeits-,  und  Umweltstandards  global  zu stärken“.

Kommentare zu " Verbraucherschutz: Gute Siegel, schlechte Siegel"

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  • Unsere grünsozialistische Merkelregierung blickt doch bei so vielen Siegeln gar nicht mehr durch.
    Bei Trump und Putin gibt es sowas nicht.

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