Verbraucherschutz
Bewährungsprobe für Merkel und Schulz

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„Wir wollen Antworten hören von Frau Merkel und Herrn Schulz“

Müller will solch einen Algorithmen-Tüv nicht nur für die Autoindustrie, sondern auch für den Gesundheits- und Finanzsektor. „Wenn Krankenversicherer die Schadensregulierung über Algorithmen laufen lassen, muss es jemanden geben, der prüfen kann: Welche Daten gehen da ein, wonach wird entschieden, wird der Verbraucher diskriminiert?“

Über den Algorithmen-Tüv will Müller beim Verbrauchertag Merkel und Schulz sprechen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto Sicherheit. Neben der Digitalisierung geht es um die Sicherung der privaten Altersvorsorge in Niedrigzinsumfeld und um ein bezahlbares Gesundheitssystem. „Hier wollen wir Antworten hören von Frau Merkel und Herrn Schulz, wie die Sicherheit der Verbraucher verbessert werden kann“, sagte Müller.

Die neue Bundesregierung soll sich demnach unter anderem für die Einführung eines kosteneffizienteren Altersvorsorgeprodukts stark machen. Dahinter steht die Ansicht, dass die Riester-Förderung zwar zum Sparen animieren solle, aber bis heute in der Breite keine effizienten Produkte hervorgebracht habe. Ein einfaches und kostengünstiges Standardprodukt, das als Non-Profit-Produkt ausgestaltet ist, sei daher für die Altersvorsorge erforderlich.

Der VZBV hält überdies eine „nachhaltige finanzielle Entlastung“ für Verbraucher für zwingend und rät daher zu einer Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem fordern die Verbraucherschützer einen wirksamen Mechanismus gegen Diskriminierung in der digitalen Welt. Aufsichtsbehörden müssten für mehr Transparenz sorgen, Diskriminierung aufdecken und Zugang zu Algorithmen erhalten. „Die Politik muss verstehen: Verbraucherschutz schafft Sicherheit“, so VZBV-Chef Müller.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • Lauter Nebelkerzen, derweil läuft die Umvolkung auf vollen Touren.

  • Interessant ist mit welchen Themen sich die Politiker im beginnenden Wahlkampf beschäftigen.

    SPD: Umverteilung, Verbraucherschutz, politische Internetzensur.
    CDU: Verbraucherschutz, ab und an abwegige Vorschläge zur Inneren Sicherheit.
    Grüne: "Klimaschutz"

    Faszinierend ist, dass Themen die die meisten Bundesbürger beschäftigen wie die Einwanderung, Innere Sicherheit, kaum von den Parteien des Politiksystems thematisiert werden.

  • Merkel's Bewährungszeit ist längst abgelaufen!
    Besser: billigeres, sauberes Trinkwasser als teure Milch! Das wäre eine zukunftsorientierte Landwirtschaftspolitik gewesen! Das ist aber mit der Union nicht zu haben!
    Es sind Wahlkampfzeiten:
    https://youtu.be/dOa-fcp74uU
    Offensichtlich stellt die Union und ihr CSU-Landwirtschaftsminister Schmidt die Interessen der Landwirtschaft über die der Verbraucher und der Umwelt
    Alles paletti in der Landwirtschaft? Gut zu wissen!
    Man denke nur an die Blockaden der Union gegen entsprechende Initiativen der zuständigen SPD-Minister z.B. im Zusammenhang mit der generellen Ausrichtung der Landwirtschaft (weitere Industrialisierung auf Kosten von Umwelt- und Tierschutz), Senkung der hohen Nitratbelastung der Böden insbesondere infolge der Massentierhaltung, Senkung des übermäßigen Antiobiotika-Einsatzes in den Ställen, Verbannung des vermutlich für Menschen schädlichen Pestizids Glyphosat, etc.
    Und die bayerische Regierung, die sich ja selbst gerne als vorbildlich feiert, versucht das Problem der Grundwasserbelastung in ihrem neuen Güllegesetz auf freiwilliger Basis zu lösen: nach Ansicht von Experten Augenwischerei!

    "Ich bin der Tastatur-Revoluzzer,
    reagiere auf jeden Huster.
    Muss täglich durch das Internet jetten
    und die Welt vor dem Untergang retten.
    Ein typisches Revoluzzer-Muster."

    "Wenn alles dem Wachstum wird untergeordnet,
    tipp ich schrill: die Erde wird ermordet..."

    http://youtu.be/sBom50KrkBk

    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

    PS: "Glyphosat ist gar nicht gesundheitsschädlich". Dr. Monsanto

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