Verbraucherzentrale
15 Prozent der Deutschen droht Energiearmut

Die Strompreise steigen - und gerade Bürger mit niedrigem Einkommen leiden darunter. Ihnen droht Energiearmut. Der Sozialverband VdK kritisiert, die Regierung habe „die soziale Dimension der Energiewende nicht im Blick“.
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BerlinSteigende Energiekosten bringen immer mehr Verbraucher in die Klemme. „Früher war Energiearmut ein Randphänomen, doch mittlerweile ist es für viele ein Alltagsproblem geworden“, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Klaus Müller, der „Welt am Sonntag“. Nach seinen Worten kämpfen inzwischen 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung damit, die Energiekosten zu finanzieren. Einer Umfrage der Verbraucherschützer bei Versorgern zufolge wird deswegen bei rund 600.000 Haushalten jährlich der Strom wegen offener Rechnungen der Strom abgedreht.

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, kritisierte, die Bundesregierung habe „die soziale Dimension der Energiewende nicht im Blick“. Bei niedrigen Einkommen schlügen die steigenden Stromkosten „voll durch“.

Der Aufwärtstrend bei den Strompreisen setzt sich im ersten Halbjahr 2012 unvermindert fort. Nach jüngsten Angaben des Verbraucherportals Toptarif haben seit Januar rund 420 Grundversorger ihre Preise um durchschnittlich 3,5 Prozent angehoben. Je nach Haushaltsgröße bedeutet das eine jährliche Mehrbelastung von 20 bis 60 Euro, in manchen Regionen sogar von mehr als 150 Euro. Im Mai und Juni wird der Strom bei 30 Unternehmen um 4,9 Prozent teurer.

Doch schon in den Jahren zuvor kannte der Strompreis nur eine Richtung: nach oben.

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Energiewende ist nicht der Hauptgrund

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  • es gibt keinen verdienstneid. hier gehts einzig und alleine um gerechtigkeit. jahrelang buckeln sich die arbeitnehmer krumm um ein paar kröten zum gerade überleben in der tasche zu haben und die manager feiern die erfolge und heimsen das größte stück vom kuchen ein. es geht auch darum, dass nicht die erhöhung durch das eeg alleine dafürt verantwortlich ist, sondern auch die umverteilung der netzentgelte (stromfresser zahlen nix, der privatkunde + kleinbetriebe müssen alles schultern). aber bald ist ja vorbei. die piraten sind nur eine lächerliche nebenerscheinung. sollte es hart auf hart kommen wünsche ich mir neue robbespieres herbei, die mal die ganzen eliten über die gui. scheren könnten.

  • Ach sie mit ihrem Verdienstneid immer , was wollen sie machen ? Enteignen ?
    Ein Unternehmen ist dazu gezwungen Gewinn zu machen , fallen gewinne aus , bleibt nur die Pleite .
    Oder würden sie zur arbeit gehen wenn sie nichts (null) dafür bekommen ?
    Also bleiben sie doch bitte auf dem Teppich und mit dem auf dem Boden der Realität !!!

    Ich würde weiterhin fordern , dass es keine Energie-Unterstützung vom Staat geben darf . Die , die gebrüllt haben "Abschalten sofort " wussten um die folgen die ein solche abschalten haben muss ,
    es waren auch H4 Empfänger und "Aufstocker" unter den Schreihälsen , die wussten sehr genau um die Konsequenzen , verlassen tun sie sich allerdings alle auf den Staat .

    Keine Energie Zuschüsse aus Steuergeldern !!!

  • Das ist der wesentliche Aspekt: Wenn Großverbraucher mittlerweile überhaupt nichts mehr für die Netznutzung bezahlen müssen, schlägt das zwangsweise auf die Kosten durch, die Privatleute bezahlen müssen. Denn das Netz wird schließlich nicht billiger.

    Diese Regelungen sind so sinnvoll wie wenn ein 40-Tonner dann keine Autobahnmaut bezahlen muss, wenn er nur mindestens 23 Stunden täglich auf der Autobahn fährt, und dafür all die Straßenschäden, die so ein LKW verursacht, auf Privat-PKW umgelegt werden. (Von der Ökostrom-Umlage, die neben den Netznutzungsentgelten ein weiteres Beispiel darstellt, ist übrigens bereits der geschlossene, als LKW geltende Kombi ausgenommen, wenn man mal bei der Analogie bleiben will.)

    Das alles ist besonders unfair, weil der allgemeine Strompreis durch den Zubau erneuerbarer Energien massiv gesunken ist, besonders zu den ehemaligen Höchstpreis-Zeiten. Von dieser Preissenkung profitieren die Groß- und Größtverbraucher massiv. Die durch die allgemein sinkenden Strompreise steigende Ökostrom-Umlage (die sich aus der Differenz aus Einspeisevergütung und gesunkenem Marktpreis ergibt und daher bei niedrigerem Strompreis immer höher wird) zahlen dagegen nur Privatleute und Kleinstunternehmen.

    Man kann Großverbrauchern Prämien zahlen, wenn sie in Zeiten hohen Stromverbrauchs und niedrigen Angebots mal eben ihre Aluminiumschmelze oder Kühlanlagen abstellen - das geht für ein paar Stunden ohne jede Beeinträchtigung und ist viel billiger als zusätzliche Kraftwerke für den Spitzenverbrauch zu bauen. Aber eine allgemeine Subvention hohen Verbrauchs ist einfach nur gaga.

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