"Verbündete werden abgearbeitet"
Experte sieht wachsende Gefahr für Deutschland

Nach Ansicht des Terrorismusexperten Rolf Tophoven gehört auch Deutschland trotz der Ablehnung des Irak-Kriegeszu den möglichen Zielen militanter Islamisten.

HB ESSEN. „Wir sind derzeit nicht Ziel Nummer 1, aber wegen des Bundeswehr-Engagements in Afghanistan und am Horn von Afrika sicher im Visier der Islamisten“, sagte Tophoven am Montag in Essen. Mit den Anschlägen in Madrid habe der islamistische Terror Europa erreicht. „Ich rechne damit, dass die Terroristen nun die Verbündeten der USA „abarbeiten““. Damit seien unter anderem Polen und Italien als Verbündete der USA im Irak gefährdet.

Der islamistische Terror hat nach Einschätzung von Tophoven eine neue Qualität erreicht. „Mit den Anschlägen drei Tage vor den Wahlen wurde erstmals auf einen Anlass bezogen gebombt“, sagte er. Damit hätten die Terroristen auch zum ersten Mal direkt Einfluss auf demokratische Entscheidungen genommen. „Es ist sehr bedenklich, wenn der Terror die gesellschaftlichen Freiräume so ausnutzt, dass politische Entscheidungen beeinflusst werden“, betonte der Experte.

Auffällig an den Anschlägen von Madrid sei, dass es sich im Gegensatz zu allen größeren islamistischen Anschlägen nicht um Selbstmord-Attentate gehandelt habe. „Statt ihres eigenen Lebens haben die Täter High Tech eingesetzt“, sagte Tophoven. Es sei durchaus denkbar, dass es sich um eine selbstständig agierende Gruppe handle, die sich dem El-Kaida-Netzwerk zurechne.

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