Verdi-Chef: Bsirske fordert Kirchen zu mehr Lohngerechtigkeit auf

Verdi-Chef
Bsirske fordert Kirchen zu mehr Lohngerechtigkeit auf

Beim Arbeitsrecht liegen Gewerkschaften und Kirchen über Kreuz. Tarifverhandlungen gibt es keine. Der Verdi-Chef fordert Veränderungen – und der Kirchentagspräsident droht mit dem Europäischen Gerichtshof.
  • 15

HamburgVerdi-Chef Frank Bsirske hat die Kirchen zu mehr Lohngerechtigkeit aufgerufen. Die Kirche dürfe nicht das Recht haben, „auf dem Rücken der Beschäftigten Lohndumping zu betreiben und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen“, sagte Bsirske am Samstag auf dem Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Kirchentagspräsident Gerhard Robbers kündigte an, die Kirche werde vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen, falls Verdi ein Streikrecht vor dem Bundesverfassungsgericht durchsetzen sollte.

Verdi geht schon länger gegen den Sonderweg der evangelischen und katholischen Kirche beim Arbeitsrecht vor. Die Bezahlung von Kirchenmitarbeitern - darunter mehr als eine Million in Diakonie und Caritas - wird nicht in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften festgelegt, sondern in Kommissionen. Das Bundesarbeitsgericht hatte diese Praxis im November 2012 im Grundsatz bestätigt, aber eine bessere Beteiligung der Gewerkschaften angemahnt. Auch das Streikverbot wurde gelockert.

Weitere Diskussionsrunden gab es am vorletzten Tag des Protestantentreffens etwa zu Bundeswehreinsätzen im Ausland, zur Zukunft der Demokratie, zur Ökumene oder zu den Arbeitsbedingungen auf Schiffen. Rund 50 Demonstranten störten die Bibelarbeit von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) im Hamburger Michel. Auf Transparenten forderten sie „Bundeswehr abschaffen“.

Am Freitag hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unter das Kirchentagsvolk gemischt. Beim größten Konzert des Christentreffens im Stadtpark jubelten rund 65 000 Besucher der A-cappella-Gruppe Wise Guys zu.

Der Kirchentag war am Mittwoch eröffnet worden und geht am Sonntag mit einem großen Open-Air-Gottesdienst zu Ende. 117 000 Gläubige hatten sich für alle fünf Tage angemeldet, hinzu kommen Zehntausende Tagesgäste. Am Mittag wollten die Veranstalter Bilanz ziehen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verdi-Chef: Bsirske fordert Kirchen zu mehr Lohngerechtigkeit auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es ist Allgemeinwissen, daß Organisatioen, die ständig von sozialer Gerechtigtkeit reden sehr schlechte Arbeitgeber sind. Zu diesen Bereich zählen Gewerkschaften, Sozialverbände, Kirchen und politische Parteien.
    Wenn ich mich richtig erinnere haben die SPD-Mitarbeiter in Kiel der Partei mit Streik gedroht wenn nicht 200 € oder 6,5 % Lohnerhöhung kommt. Der dortige Sachstand ist mir z.Z. nicht bekannt.

  • Jede Organisation ist anfällig für ein gewisses Maß an Widersprüchen. Das diskreditiert deshalb noch lange nicht die Organisation.
    Allerdings leidet die prostestantische Kirche an einer Art "Käßmann" Effekt.
    Darunter verstehe ich eine gewisse Ignoranz gegenüber der Realität und die Weigerung Ideale unter der Voraussetzung zu betrachten, dass Ideale in der Realität im Widerspruch zu einander stehen können.
    So z.B. die Einlassungen von Frau Käßmann zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Ihre Ablehnung von Gewalt ist ohne Bezüge zu realen Sachverhalten nicht zu beanstanden. In der Realität aber gibt man andere Menschen gegenüber Gewalt und Tod preis unter Ignoranz der Verantwortung für diese Menschen.
    So ein Dilemma ist nicht allein auflösbar durch Friedensforderungen und pazifistische Ablehnung des Einsatzes in Afghanistan.
    Solche Haltungen basieren auf einer gewissen Naivität heraus die in risikofreien sozialen Verhältnissen geboren wird. Es ist immer leicht gegen Gewalt zu protestieren, aber auch billig, wenn Gewalttäter wie die Taliban Gewalt und Tod gegenüber Andersdenkenden für legitim halten.

    H.

  • mich DARF KEIN VERLAG ZUM THEMA MACHEN !!! HABE ich GERD SCHRÖDER ZU VERDANKEN , der denen EINDEUTIG KLAR GEMACHT HAT : " MACHT den ZUM THEMA , lassen wir PLEITE GEHEN und ihr HÄNGT ALLE AM TROPF STAAT " .
    UND STAATSANWALT DARF mich AUCH NICHT . . . WEISUNGSGEBUNDEN . . .

    So , und NUN MUSS MIT LEBEN , das er und ich und SOGAR MERKEL , die WAHRHEIT von DIESEM BILD WEISS und andre NICHTS VERSTEHEN . [...]
    DIVERGENZ ist GESCHRIEBEN WAHRHEIT ÜBER DIES BILD .

    WENN EHRLICH bin WERDE GESPERRT : http://politikpla.net/forum/
    ZENSIERT von jüdischer ATHEISTIN und KANN BÖSE ZIEL HALTEND und EGAL GESETZ , wenn NICHT ZIEL . WIDERLEGT ABER NIE WAHRHEITEN von mir !! NUR MACHT MISSBRAUCH KÖNNEN DA .

    UND HAB ein FORUM , DA KANN ALLES SCHREIBEN aber NIEMAND von euch LESEN und " WER " DA LIEST , werde ich NIE KENNEN LERNEN . : http://www.politikarena.net/
    wieder jüdische ABER WEISS NOCH NICHT WAS WAHR und IST und IN RUSSLAND HATTE IN AUSWEIS JUDE GESTANDEN . . . ( WAHR . ), lässt aber LINKE und RECHTE aber NICHT mich , der MUTTER von beiden KENNT und NUR WAHRHEIT SUCHT , in DEM URSACHE FINDE .
    DORT : Registriert seit
    23.08.09
    Beiträge
    3.790


    UND IMMER NACH GESETZ oder DISKRIMINIEREN VON . . .

    NOCH MAL für Dumme : WENN ein SENDER SENDET und man WILL EMPFANGEN , hört ABER NUR RAUSCHEN , MUSS DER SENDER ODER DER EMPFÄNGER FEINNACHJUSTIERT WERDEN ???

    SO . GEH MAL und VERSUCH ANZEIGE GEGEN mich ZU MACHEN , WEIL KLAR ERKLÄRE , WAS ZION IST !!! Hahahahahahaaaah ( DIE GROSSEN AUGEN DANN !!!! )

    Frank

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%