Verdi-Chef Frank Bsirske fordert Mindestlohn von zehn Euro

Angesichts der guten Konjunkturlage und der positiven Arbeitsmarktsituation dringt Verdi-Chef Bsirske auf eine Anhebung des Mindestlohns auf zehn Euro.
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Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi fordert eine Anhebung des Mindestlohns auf zehn Euro. Quelle: dpa
Frank Bsirske

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi fordert eine Anhebung des Mindestlohns auf zehn Euro.

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BerlinDie SPD benötigt nach Ansicht von Verdi-Chef Frank Bsirske zur Steigerung ihrer Attraktivität in der Bevölkerung eine stärkere Profilierung. „Die SPD braucht ein Profil, mit dem sich wieder mehr Menschen identifizieren können“, sagte der Gewerkschafter den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Vor einem Jahr hätten die Sozialdemokraten in Umfragen mehr als 32 Prozent erreicht, weil Martin Schulz als nominierter Kanzlerkandidat den Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit und Zusammenhalt zu erfüllen schien. „Viele, die sich wegen der Agenda 2010 von der SPD abgewandt hatten, kehrten vorübergehend zurück“, so Bsirske. „Das Potenzial ist also da. Man muss sich keine existenziellen Sorgen um die SPD machen.“

Als ein Thema identifiziert Bsirske eine deutliche Anhebung des Mindestlohns: „Ich würde es angesichts der günstigen Konjunkturlage und der Situation am Arbeitsmarkt begrüßen, wenn der Mindestlohn 2019 die Zehn-Euro-Marke knackt. Eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zehn Euro ist ökonomisch sinnvoll und wird keine Branche in Deutschland überfordern.“ Daher lohne es sich, für eine deutliche Anhebung des Mindestlohns zu streiten, und zwar über den Wert hinaus, der sich aus den Lohnsteigerungen der letzten zwei Jahre ergebe.

Seit Anfang 2017 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,84 Euro. Nach den geltenden Regeln empfiehlt eine Mindestlohnkommission mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern regelmäßig die Anpassungen an die Tariflohnentwicklung – und zwar alle zwei Jahre.

Personell setzt der Verdi-Chef auf die designierte Vorsitzende Andrea Nahles. Er traue er zu, „die SPD zu neuem Erfolg zu führen“. Sie habe als Arbeitsministerin „einen beachtlichen Job gemacht“. Ein klares Profil, Verlässlichkeit in den Aussagen und eine Politik, die das Leben der Menschen verbessere, seien eine solide Grundlage, um der SPD neue Stabilität zu verleihen.

Die Sozialdemokraten hoffen nach dem Rücktritt von Martin Schulz als Parteichef und der Klärung der Führungsfrage auf ein Ende der internen Querelen und eine Rückkehr zur Sacharbeit.

  • dpa
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  • Zu aller erst, wundert mich doch sehr, dass so wenige bis gar keine Kommentare, zu diesem wichtigen Thema der Betroffenen heute und zukünftigen Angestellten und Rentner gibt. Betroffen sind doch schon heute viele Millionen, und in Zukunft werden es noch viel mehr sein, wenn es nicht ein 180 Grad Wende in der Politik gibt.

    Wenn ein Funktionär von den Gewerkschaften, wie u.a. Herr Bsirske einen Mindestloch von 10 Euro fordert, auf welcher Basis erfolgt diese Forderung? Durchgerechnet jedenfalls scheint es nicht zu sein, sonst müsste viel mehr fordern, weil 10 Euro heute schon nicht ausreichen, um in Deutschland zu überleben, ganz zu schweigen, würde es dann für eine Rente reichen, von der man in Würde alt werden könnte.

    Aber das scheint ja nicht das Ziel der Gewerkschaftsführung zu sein, ganz zu schweigen von Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Man hat sich spätestens seit Schröder zum Ziel gemacht: "ARMUT PER GESETZ" in Deutschland durch zu setzen, was nicht nur viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland betrifft, sondern auch viele europäische Nachbarn betrifft und auch in Zukunft betreffen wird, wenn es keine 180 grad Wende gibt.

    Mit der ?PD jedenfalls ist dies eh nicht zu machen, und die AfD, ist noch Neoliberaler als alle anderen Parteien zusammen, nur noch die Nationalstaatliche schiene hinzukommt. Wenn Arbeitgeber behaupten, sie können keine Existenzsichernden Löhne zahlen, dann bitte schön, sollte jeder einzelne Arbeitgeber nachweisen, dass er das nicht zahlen kann, und der Staat die Arbeitgeber mit Subventionen unterstützen muss. So wie jeder Hartz IV Empfänger, der seine Bedürftigkeit nachweisen muss, sollten auch jeder sog. Arbeitgeber verpflichtend nachweisen müssen, warum er nicht mehr zahlen kann oder will? Bevor der Staat seine Löhne aus Steuermitteln subventioniert. Wäre doch einmal interessant zu erfahren, warum so viele sog. Arbeitgeber am "Hungertuuch" nagen.

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