Verdi: In Münster muss Einigung gelingen
Noch kein Durchbruch bei Post-Tarifrunde

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat sich in der dritten und entscheidenden Gesprächsrunde bis zum Nachmittag keine Einigung abgezeichnet. Ein Angebot der Arbeitgeber liegt bislang noch nicht auf dem Tisch, hieß es am Dienstag.

HB MÜNSTER. Die Arbeitgeber hätten noch kein Angebot vorgelegt, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi am Dienstag am Rande der auf zwei Tage angesetzten dritten Tarifrunde in Münster. Die Gewerkschaft droht mit einem massiven Streik, wenn der Bonner Konzern kein aus ihrer Sicht akzeptables Angebot für die 160 000 Tarifbeschäftigten vorlegt.

„In Münster geht es um Hopp oder Topp“, hatte Verdi- Verhandlungsleiter Rolf Büttner zu Beginn der Gespräche gesagt. Verdi sei auf einen Streik vorbereitet. Die Urabstimmungen für einen massiven Ausstand könnten bereits am 8., 9. und 10. Juni abgehalten werden. Die Arbeitgeber müssten endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. „Gelingt keine Einigung, schreiten wir sofort zur Tat“, drohte Büttner. Verdi hoffe aber, dass ein großer Post-Streik noch vermieden werden könne.

Der Verhandlungsleiter der Post, Walter Scheuerle, äußerte sich zum Auftakt der Gespräche nicht. Ein Post-Sprecher sagte, der Konzern setze weiter auf eine Verhandlungslösung. In Verhandlungskreisen war man optimistisch, eine Einigung erzielen und damit einen Streik abwenden zu können. Die Gespräche begannen in einem Hotel in Münster zunächst in kleiner Runde. Je vier Vertreter des Konzerns und der Gewerkschaft versuchten, Möglichkeiten für eine Lösung auszuloten.

Post und Verdi hatten in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden keine Annäherung erzielen können. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung für die Post-Angestellten von vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Büttner bekräftigte die Forderung zum Auftakt der Gespräche. Die Post hat die Forderung von Verdi als überzogen zurückgewiesen. Zudem hatte der Konzern mit der Begründung, die Verhandlungen dauerten noch an, mit Unverständnis auf die Warnstreiks reagiert.

Unmittelbar vor Beginn der Gespräche hatte Verdi mit den bislang umfangreichsten Warnstreiks in der Tarifrunde am Samstag die Kampfbereitschaft der Gewerkschaft unterstrichen. Nach Angaben Büttners erhielten durch den Ausstand in Nordrhein- Westfalen rund 750 000 Haushalte am Samstag keine Post. Rund 2,8 Millionen Sendungen seien nicht ausgeliefert worden. Bereits in den vorangangenen Tagen hatte Verdi Warnstreiks in fast allen Bundesländern abgehalten, durch die Millionen von Sendungen erst mit Verspätung ausgeliefert wurden. Rund 6000 Postler hatten sich Büttner zufolge insgesamt an den Protesten beteiligt.

Im Juni 2002 hatten sich Post und Verdi ebenfalls in Münster auf einen Tarifvertrag mit einer zweijährigen Laufzeit geeinigt. Dieser beinhaltete ab Juni 2002 eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3,5 Prozent und ein Jahr später eine Aufstockung um weitere 3,2 Prozent.

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