Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss verbessert werden
Schröder gibt sich kinderfreundlich

Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht die Erhöhung der Geburtenzahlen in Deutschland als "strategische Aufgabe ersten Ranges“. Vor allem die Unternehmen müssten mehr Rücksicht nehmen und ausreichend Betreuungmöglichkeiten anbieten.

HB BERLIN. "Die wirtschaftliche Kraft des Landes, die Sicherheit der Altersvorsorge und die Lebensfähigkeit aller Regionen liegt in unseren Kindern", sagte Schröder bei der Berliner Konferenz "Familie - Erfolgsfaktor für die Wirtschaft." Es werde zu einer strategischen Aufgabe ersten Ranges, wie viele Kinder geboren und wie gut diese ausgebildet werden.

Schröder bemängelte, trotz mancher Fortschritte gehöre in vielen Betrieben die Rücksichtnahme auf die Belange von Familien leider noch nicht zur Unternehmensstrategie. Auf jeden Fall müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. "Es ist eine schlimme persönliche Ungerechtigkeit, wenn erstklassig ausgebildete Frauen gegen ihren Willen nicht arbeiten können, nur weil es keine Betreuungsmöglichkeiten gibt", betonte Schröder und fügte hinzu: "Es ist auch eine volkswirtschaftliche Verschwendung."

Schröder sagte, die Bundesregierung habe in der Kinder- und Familienpolitik einen bedeutsamen Paradigmenwechsel vorgenommen. So stünden Familien in Deutschland durch Anhebung des Kindergeldes und Steuersenkungen gemessen an den reinen Geldleistungen in Europa ganz weit oben. Zudem habe man ein Programm zur Schaffung von Ganztagsschulen aufgelegt. Schröder begrüßte die Überlegungen von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, das Erziehungsgeld durch ein einkommensabhängiges Elterngeld zu ersetzen. Er sehe aber noch Klärungsbedarf, schränkte er ein.

Zuvor hatte sich der Chef des Arbeitgeberverbandes, Dieter Hundt, noch gegen die bisher praktizierte Familienförderung ausgesprochen. Diese sei zu großzügig - Mütter sollten nach der Schwangerschaft schneller in den Job zurückkehren, sagte Hundt. Vor allem die gesetzliche Jobgarantie von drei Jahren für Mütter geht nach Hundts Ansicht "an der betrieblichen Realität vorbei". Er plädierte für eine Verkürzung der Elternzeit und eine Konzentration der Transferleistungen.

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