Vereitelte Anschläge
„Sie wollten ein Blutbad anrichten“

Der Kreis der mutmaßlichen Terroristen geht über die am Dienstag festgenommenen Männer hinaus: Nach Angaben des saarländischen Innenministeriums wird gegen acht Personen ermittelt. Unterdessen werden neue Details zur perfiden Anschlagstaktik der Verdächtigen bekannt. Wäre ein solches Attentat realisiert worden, hätte es nach Ansicht der Behörden ein „Blutbad“ gegeben.

HB SAARBRÜCKEN/WIESBADEN. Die saarländische Behörde erklärte am Mittwoch, gegen die acht Beschuldigten werde wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Drei von ihnen stammten aus dem Bundesland. Einer davon - ein 22 Jahre alter Deutscher - sei bei der Polizeiaktion in Nordrhein-Westfalen am Vortag festgenommen worden. Gegen die anderen beiden liege noch kein Haftbefehl vor; einer halte sich zudem derzeit im Ausland auf.

Die im Sauerland von der Bundespolizei-Sondereinheit GSG 9 und einem Mobilen Einsatzkommando des BKA festgenommenen Männer wollten Angaben des hessischen Innenministers Volker Bouffier (CDU) mit dem Einsatz von Sprengfallen besonders viele Menschen verletzen oder töten. „Sie wollten ein Blutbad anrichten“, sagte Bouffier am Mittwoch in Wiesbaden. Die Täter hätten geplant, an belebten Orten zunächst kleinere Sprengladungen zu zünden, um eine Panik auszulösen.

Dort, wohin die Menschen dann voraussichtlich geflohen wären, sollte der eigentliche Sprengsatz explodieren und möglichst viele Opfer erreichen, erklärte der Innenminister. Die Täter seien zu allem entschlossen gewesen. Nach Bouffiers Worten wird die mutmaßliche Terrorzelle der Islamischen Dschihad-Union zugerechnet.

Die Anschlagsziele der verhinderten Attentäter waren nach nach Angaben von US-Behörden der größte deutsche Flughafen Frankfurt und die US-Luftwaffenbasis Ramstein. Die drei Männer hätten aber auch Anschläge auf andere Einrichtungen erwogen, sagte ein hochrangiger Beamter des Außenministeriums in Washington am Mittwoch. Er berief sich auf Angaben deutscher Ermittler. Das Komplott war demnach der Hauptgrund für zwei Terrorwarnungen der US-Botschaft in Berlin im Frühjahr und eine Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen.

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