Vereitelte Terroranschläge
Behörden befürchten Vergeltungsaktionen

Nach der Festnahme von drei Terrorverdächtigen befürchten Sicherheitsbehörden in Deutschland langfristig Vergeltungssaktionen von Islamisten. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass unentdeckte Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union an den ursprünglichen Plänen für Anschläge festhielten.

HB FRANKFURT. Gewalttaten könnten sich etwa gegen die ermittelnde Bundesanwaltschaft, das Bundeskriminalamt (BKA) oder Landespolizeien richten, verlautete am Freitag aus Sicherheitskreisen. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass unentdeckte Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union an den ursprünglichen Plänen für Anschläge festhielten.

Mögliche Ziele von Vergeltung sind den Kreisen zufolge auch deutsche Einrichtungen in Afghanistan, Pakistan und anderen zentralasiatischen Ländern. Nach der Vereitelung der Anschlagspläne dürfte die islamistische Szene aber zunächst verunsichert sein und sich zurückhalten, um nicht ins Visier der Ermittler zu geraten.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die drei Terrorverdächtigen Fritz G., Adem Y. und Daniel S., die am Dienstag im Sauerland festgenommen wurden. Sie sollen massive Sprengstoffanschläge unter anderem auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Im Visier der Behörden sind außerdem sieben weitere Verdächtige, von denen fünf namentlich bekannt sind.

Dabei handelt es sich Sicherheitskreisen zufolge ebenfalls um junge Männer. Zwei haben die deutsche Staatsbürgerschaft, einer die türkische und ein weiterer die von beiden Staaten. Der fünfte Verdächtige ist staatenlos und besitzt einen deutschen Reisepass. Teilweise sollen die Männer, wie die drei Inhaftierten, Terrorlager in Pakistan besucht haben.

BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte im Sender n-tv, dass das Terrornetzwerk weitaus größer sei als die zehn Verdächtigen. Dies könne man aus den Durchsuchungen in etwa 40 Objekten schließen. Nach Zierckes Worten gab es bis Freitag keine weiteren Festnahmen.

Der Zugriff am Dienstag ging nach Darstellung des CSU-Innenpolitikers Hans-Peter Uhl auf Online-Durchsuchungen von US-Geheimdiensten zurück. „Die Erkenntnisse, die zu den Tätern geführt haben, stammen aus Computerüberwachungen der amerikanischen Nachrichtendienste“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagausgabe).

Laut Uhl gingen die Impulse von Pakistan aus. „Glücklicherweise haben wir Informationen von amerikanischen Nachrichtendiensten bekommen, die uns geholfen haben, diese potenziellen Massenmörder rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen. Die USA brauchen von uns nicht gebeten werden. Die machen das, was sie für sich richtig halten“, sagte der Politiker. Nach dem Bericht des Blattes griffen die US-Geheimdienste auch auf Computer in Deutschland zu.

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