Verfassungsgericht unterbindet Sanktionen der Länder
Karlsruhe schützt private Wettanbieter

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe hat den Versuchen der Länder, privaten Wettbüros die Vermittlung von Sportwetten zu verbieten, vorerst einen Riegel vorgeschoben.

HB BERLIN. Private Wettbüros dürfen bis auf weiteres nur noch dann geschlossen werden, wenn eine konkrete Gefahr für das Gemeinwohl besteht, heißt es in dem Beschluss, der dem Handelsblatt vorliegt (Az.: 1 BvR 223/05). Die bloße Tatsache, dass illegales Glücksspiel strafbar ist, reicht dafür nicht. Denn das Verbot privater Glücksspiele sei auf europarechtlicher Ebene mit "erheblichen Zweifeln" behaftet, argumentieren die Richter. Für diesen Sommer hat das BVerfG ein Grundsatzurteil zu diesem Thema angekündigt.

Der Beschluss aus Karlsruhe beschert den privaten Wettbüros im Kampf gegen die Länder einen wichtigen Etappensieg. Derzeit ist das Angebot von Sportwetten nur Oddset erlaubt, dem Angebot der landeseigenen Lottogesellschaften, sowie vier Anbietern, die mit einer Lizenz aus DDR-Zeiten agieren, der bekannteste von ihnen ist Betandwin. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2003 aber ist fraglich, ob das Verbot privater Sportwetten europarechtlich Bestand hat. Experten erwarten für den Sommer die Öffnung des Marktes für private Buchmacher und Wettanbieter.

Vergangene Woche kündigte bereits der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an, ein eigenes Wettangebot zu konzipieren, sobald die Marktöffnung legalisiert sei. Derzeit wird der deutsche Sportwettenmarkt auf 1,5 Mrd. Euro geschätzt. Oddset setzt davon rund 450 Mill. Euro um.

Vor allem gegen Wettannahmestellen gingen einige Bundesländer teils mit massiven Mitteln vor. Dabei handelt es sich um Büros, in denen Wetten an ausländische Buchmacher vermittelt, selbst aber keine Wettquoten erstellt werden. "Jetzt erwarten wir eine Beruhigung an der Front", sagt Norman Albers vom Deutschen Buchmacherverband.

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