Verhältnis von Religion und Gewalt ist Schlüsselthema
Tabulosen Dialog mit Muslimen gefordert

Spitzenvertreter der katholischen und evangelischen Kirche haben einen tabulosen Dialog mit Muslimen gefordert. Zur Toleranz gehöre es auch, „dass Differenzen ausgehalten und ausgetragen werden“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

HB HAMBURG. Huber: „Hier gibt es bei muslimischen Gruppen in Deutschland noch beträchtliche Defizite.“ Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, in der Zeitung.

Als ein Schlüsselthema bezeichnete Huber das Verhältnis von Religion und Gewalt. Gerade weil die christlichen Kirchen hier einen schmerzhaften Lernprozess durchlaufen hätten, seien sie aufgefordert, auch den Muslimen Klarheit abzuverlangen. „Das Beispiel einer Predigt, die zum Hass auf Deutsche aufforderte, hat uns dieses Problem vor Augen geführt.“ Es wäre für Muslime, die Teil dieser Gesellschaft sein wollen, eine wichtige Aufgabe, die Fundamentalisten in den eigenen Reihen zur Ordnung zu rufen, sagte Huber.

Lehmann wandte sich gegen Naivität im Umgang miteinander. „Wir dürfen im innerreligiösen Dialog die schwierigen Themen nicht ausblenden und unseren muslimischen Gesprächspartnern kritische Anfragen auch nicht ersparen.“ So müsse man fragen, welches Verhältnis der Islam zu den Menschenrechten und zum modernen freiheitlichen Staat habe. Man müsse nach den Rechten anderer Religionen in jenen Ländern fragen, in denen der Islam die Mehrheit bildet. Lehmann: „Nur wo diese Fragen auf den Tisch kommen und nicht aus bloßer Höflichkeit oder Verzagtheit verschwiegen werden, kann der interreligiöse Dialog Substanz gewinnen.“

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