Verhandlungen in Hessen
Ypsilanti: „Westerwelle soll sich raushalten“

Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti buhlt weiter um die FDP, deren Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle rief sie allerdings dazu auf, sich aus den Beratungen über mögliche Regierungsbündnisse in Hessen herauszuhalten. "Ich glaube, dann wären wir schon einen Schritt weiter", sagte Ypsilanti.

HB BERLIN. Andrea Ypsilanti hat nochmals eindringlich an die FDP appelliert, sich einer Ampelkoalition auf Landesebene nicht zu verschließen. Im ZDF-Morgenmagazin sagte Ypsilanti am Donnerstag: "Ich erwarte von der FDP, dass sie sich inhaltlich mit uns auseinandersetzt." Eine Entscheidung über eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei stehe erst an, wenn die FDP sich endgültig verweigere.

"Unsere erste Option ist die Ampel", betonte Ypsilanti. Sie habe am Mittwoch mit dem hessischen FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn telefoniert und ihm ein Vier-Augen-Gespräch angeboten. "Es geht um Stillstand oder Aufbruch in eine neue Politik. Dafür möchte ich Grüne und FDP gewinnen", sagte die SPD-Landeschefin.

Das Problem sei, dass sich die FDP immer noch verweigere. Sie appellierte auch an den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle, seiner hessischen FDP die Entscheidung über eine Ampelkoalition freizustellen. "Dann wären wir einen Schritt weiter." Eine Große Koalition lehnt Ypsilanti nach wie vor rundheraus ab: "Das sehe ich nicht." Sie betonte, niemand in Hessen wolle Roland Koch weiterhin als Ministerpräsidenten. Zu einer Zusammenarbeit mit der Linken wollte sie sich nicht konkret äußern: "Wenn die FDP nicht springt, dann müssten wir uns andere Wege überlegen." Über einen solchen Schritt entscheide sie nicht alleine, sondern müssten die Parteigremien beschließen.

Westerwelle hatte der "Passauer Neuen Presse" gesagt, die FDP werde in Hessen definitiv keine Koalition mit SPD und Grünen eingehen. "Für die SPD ist die Zusammenarbeit mit den Kommunisten längst entschiedene Sache. Die Sozialdemokraten wollen, auch in Hessen, zielstrebig das Modell SPD-Grüne-Linkspartei für den Bund vorbereiten. Wir werden dafür nicht die nützlichen Idioten sein", begründete er seine Position. Zudem habe in Hessen "die bürgerliche Mitte einen Regierungsbildungsauftrag", da die CDU knapp stärker sei als die SPD und die FDP deutlich stärker als die Grünen.

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