Verkauf von Gasfördertochter: Krim-Krise bedroht geplanten RWE-Deal

Verkauf von Gasfördertochter
Krim-Krise bedroht geplanten RWE-Deal

Dass ein russischer Großinvestor den Zuschlag für die Gas- und Ölfördergesellschaft RWE Dea bekommen hat, schlägt in der deutschen Politik hohe Wellen. Nun könnte der Deal womöglich wegen der Krim gestoppt werden.
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BerlinWegen der Krim-Krise steht möglicherweise der von RWE geplante Verkauf des Öl- und Gasfördergeschäfts an einen russischen Investor auf dem Spiel. Das legen Äußerungen des wirtschaftspolitischen Sprechers der Unions-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), nahe. „Angesichts der aktuellen Lage sollte genau geprüft werden, ob die Verkaufsverhandlungen zum deutschen Öl- und Gasförderer Dea an einen russischen Investor nicht vorläufig auf Eis gelegt beziehungsweise ausgesetzt werden sollten“, sagte Pfeiffer Handelsblatt Online.

Das deutsche Außenwirtschaftsrecht biete entsprechende Möglichkeiten für die Bundesregierung. „Entscheidend ist“, so Pfeiffer, „dass durch den Verkauf auch perspektivisch gesehen keine negativen Auswirkungen für die Versorgungssicherheit hierzulande entstehen können.“

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Michael Fuchs forderte die Bundesregierung auf, die Transaktion zu prüfen. Für ihn ist die deutsche Abhängigkeit von Öl- und Gaslieferungen aus Russland ohnehin viel zu hoch. Vor diesem Hintergrund passe ihm das RWE-Geschäft nicht, sagte der CDU-Politiker der Agentur Reuters. Zuvor hatte auch die Vize-Chefin der Grünen-Fraktion, Kerstin Andreae, Vorbehalte deutlich gemacht. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil äußerte Verständnis für die kritischen Stimmen, sieht aber keine Handhabe der Regierung gegen das Geschäft.

Bundesregierung: Energieversorgung ist sicher

Der von der Energiewende stark getroffene Energieriese will seine Tochtergesellschaft Dea für 5,1 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um den russischen Milliardär Michail Fridman verkaufen. Damit will er seine hohe Verschuldung abbauen. Die Bundesregierung sieht keine Gefahren für die Sicherheit der Energieversorgung im Land durch das Geschäft. Das Außenwirtschaftsrecht gibt der Regierung für Fälle, in denen die Sicherheit und Ordnung in Deutschland gefährdet sind, die Möglichkeit, Unternehmensbeteiligungen und -verkäufe an ausländische Firmen zu untersagen. Sie kann solche Vorgänge jederzeit prüfen, ohne das öffentlich kommentieren zu müssen.

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Auch Gazprom im Visier

Kommentare zu " Verkauf von Gasfördertochter: Krim-Krise bedroht geplanten RWE-Deal"

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  • Die Energieversorgung ist sicher. Die Renten sind sicher. Und besonders sicher ist, daß Politiker immer die Wahrheit sagen.

    Wie gut und sicher die Energiepolitik wirklich ist, und wie wahr die diesbezüglichen Aussagen diverser Leute, kann man in "Energiepolitik im Konzeptnebel" nachlesen.

  • @palme1
    inwieweit diese die Sicherheit und Stabilität der Bundesrepublik gefährden könnten ...

    Darauf habe ich eine ironische Frage: Sie beziehen sich auf den NSA Skandal?

  • Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist es ist an der Zeit, sämtliche strategisch wichtigen Geschäftsbeziehungen mit russischen Firmen zu überprüfen, inwieweit diese die Sicherheit und Stabilität der Bundesrepublik gefährden könnten. Neue Transaktionen wie die im Artikel beschriebenen sind vorerst auf Eis zu legen!

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