Verlagerung oft «Nullsummenspiel»: Kannegiesser warnt vor Verlagerung ins Ausland

Verlagerung oft «Nullsummenspiel»
Kannegiesser warnt vor Verlagerung ins Ausland

Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser ruft die Unternehmen dazu auf, vor einer Jobverlagerung ins Ausland alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. Auch niedrigere Gewinne sollten «eine Zeit lang» hingenommen werden.

HB BERLIN. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, hat die Wirtschaft ermuntert, vor einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland oder einem Stellenabbau alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. Bei vorübergehenden Schwierigkeiten sollten «eine Zeit lang niedrigere Renditen und Gewinne» akzeptiert werden, sagte Kannegiesser der «Neuen Osnabrücker Zeitung» vom Wochenende.

In der Diskussion über die Verantwortung der Wirtschaft für den Standort Deutschland sagte Kannegiesser weiter, da es immer weniger Alternativen für jene gebe, die ihren Job verlören, seien Arbeitsplätze wertvoller als je zuvor. Firmen, die Stellen ins Ausland verlagern wollten, sollten zuerst ihre Standortbedingungen in Deutschland optimieren, zumal der Weg ins Ausland mit «erheblichen Risiken verbunden» sei.

Kein Land biete ein so funktionierendes Netzwerk aus Zulieferern, Handwerk und Dienstleistungen wie Deutschland, betonte der Gesamtmetall-Präsident. Das verringere die Prozesskosten insgesamt und gleiche damit oft die höheren deutschen Löhne aus. Häufig genug sei deshalb eine Verlagerung ins Ausland «ein Nullsummenspiel», folgerte Kannegiesser.

Zugleich warf er der Politik vor, quälend lange Zeit zu brauchen, um notwendige und längst bekannte Rezepte zur Standortsicherung umzusetzen. Das gelte für jede Regierung und müsse sich schnellstens ändern. Denn innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre stünden viele Unternehmen vor wichtigen Investitionsentscheidungen. «Die werden gegen Deutschland gefällt, wenn sich hier nicht rasch etwas bewegt», warnte Kannegiesser.

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