Vermittler Geißler
Bahn prüft kompletten Baustopp

Der Vermittler im Streit um Stuttgart 21, Heiner Geißler, ist im Bemühen um einen Dialog zwischen Gegnern und Befürwortern des Bahnhofprojekts einen Schritt vorangekommen. Die Deutsche Bahn prüft nach Angaben des früheren CDU-Generalsekretärs, ob vielleicht doch ein kompletter Baustopp während der Schlichtung möglich ist.
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HB STUTTGART. Dies hatten Grüne und das Aktionsbündnis gegen das Milliarden-Vorhaben zur Bedingung für die Teilnahme an dem für Freitag geplanten ersten Gespräch gemacht.

Geißler sagte im ARD-„Morgenmagazin“, die bereits begonnene oberirdische Verlegung von Rohren für die Regulierung des Grundwassers könne möglicherweise unterbrochen werden. „Ich habe gestern Abend drei Stunden mit dem Bahnchef Dr. (Rüdiger) Grube geredet und die eruieren jetzt eben, ob tatsächlich dieses Grundwassermanagement in der Zeit der Schlichtung, also in den nächsten Wochen auch tatsächlich durchgeführt werden muss. Das müssen die jetzt untersuchen, und ich kriege im Laufe des morgigen Tages die Antwort“, sagte der erfahrene Tarifschlichter.

Die SPD-Bundesspitze diskutierte am Montag in der baden- württembergischen Landeshauptstadt über Stuttgart 21. Parteichef Sigmar Gabriel forderte einen klaren Baustopp. In der Zeit, in der vermittelt wird, dürfe es keine weiteren Auftragsvergaben und keine Baumaßnahmen geben, sagte Gabriel . Die Vermittlungsgespräche durch den CDU-Politiker Geißler müssten in einer sachlichen Atmosphäre stattfinden, mahnte Gabriel.

Die Bahn will für derzeit 4,1 Mrd. Euro den denkmalgeschützten Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umbauen. Dagegen gibt es seit Monaten Proteste der Bevölkerung. In einer Schlichtung, die voraussichtlich Ende der Woche beginnt, soll bis Ende November ein Kompromiss gefunden werden.

Er hoffe auf ein Entgegenkommen beider Seiten, sagte Geißler in der ARD. Hauptsache sei, dass endlich die jeweiligen Positionen auf den Tisch kämen. „Die ganze Sache ist eine Frage der Glaubwürdigkeit. Es müssen alle Fakten, Zahlen und Einschätzungen auf den Tisch.“ Die Bedingungen für Gespräche dürften aber nicht so hoch geschraubt werden, dass eine Schlichtung gar nicht möglich sei, mahnte Geißler.

Während der Schlichtung herrsche Friedenspflicht, fuhr Geißler fort. „Es hat keinen Wert, wenn wir da zusammensitzen und draußen vor dem Fenster fahren Bagger herum. Da kann man keine vernünftigen Gespräche führen.“ Auf der anderen Seite könne es Gründe geben, dass beim Bau „die eine oder andere Sache nicht sofort gestoppt werden kann“. Dies zu klären sei die Aufgabe der kommenden Tage.

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  • Über S21 wird immer nur so oder ähnlich geschrieben "Das 4,1 Mrd. Euro teure Projekt Stuttgart 21 sieht den Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation und deren Anbindung an die geplante iCE-Neubaustrecke nach Ulm vor."
    Sie kennen doch die Wahrheit!
    Das Projekt war von Anfang an als Stadt-infrastrukturprojekt geplant: Einkaufen Wohnen, büros.
    Und dazu stehen die bahnhanlagen im Weg!
    Und daß es weit mehr als 4,1 Mrd Euro kosten wird, wissen Sie doch auch!

    Um mit Tiziano Terzani zu sprechen:
    ""Das stimmt nicht. Sie wissen es. Und Sie wissen, dass ich es weiß. Also, warum reden [schreiben]Sie so?""

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