Vermögensverteilung: Tiefe Kluften zwischen arm und reich

Vermögensverteilung
Tiefe Kluften zwischen arm und reich

Sind die Deutschen generell arm? Oder sind doch die meisten reich? Eine aktuelle Untersuchung der Bundesbank zeigt: Der Abstand ist noch deutlich krasser als der Armutsbericht der Bundesregierung nahelegt.
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Düsseldorf/Eltville Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat schon für Aufregung gesorgt – schließlich zeigte er, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich beim Vermögen zuletzt deutlich geöffnet hat. Eine Studie mit neueren Daten, die die Bundesbank heute vorgelegt hat, zeigt jetzt sogar eine noch stärkere Spreizung bei den Vermögen: Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte 58 Prozent des gesamten deutschen Privatvermögens. Berücksichtigt wird dabei praktisch alles, was als Anlageform dient: Immobilien, Fonds, Lebensversicherungen, Schmuck und vieles mehr. Abgezogen werden jeweils die Schulden.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Bericht einen Wert von 53 Prozent gemeldet, der sich allerdings auf Daten aus dem Jahr 2008 bezog. Zwar sind die beiden Studien methodisch nicht exakt vergleichbar, dennoch dürfte eines klar sein: Anders als bei den Einkommen, bei denen sich die Schere zwischen Gut- und Niedrigverdienern zuletzt wieder etwas geschlossen hat, wird die Spreizung beim Vermögen immer größer.

Neben der Bundesbank haben auch alle anderen Zentralbanken im Euro-Raum zuletzt Daten zum Vermögen ihrer Bürger erhoben. Die europaweiten Ergebnisse werden voraussichtlich in der kommenden Woche veröffentlicht, wie ein Sprecher der Europäischen Zentralbank gestern gegenüber dem Handelsblatt bestätigte.

Die Bundesbank-Studie, für die rund 3.500 Haushalte befragt wurden, zeigt: Im Durchschnitt verfügen die Deutschen über ein Vermögen in Höhe von 195.000 Euro. Fast drei von vier Haushalten liegen allerdings unter dieser Marke. Der Medianwert, also derjenige Haushalt, der genau reicher ist als die ärmere Hälfte der Bevölkerung, aber ärmer als die obere Hälfte, verfügt lediglich über ein Vermögen von gut 51.000 Euro. Die ärmsten sieben Prozent haben sogar ein negatives Nettovermögen – also mehr Schulden als Vermögen. Oben nimmt das Vermögen dann allerdings schnell zu: So besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung mindestens 442.000 Euro, das reichste Hundertstel dann mindestens 1,9 Millionen Euro. Es sind vor allem die älteren, die Vermögen zur Verfügung haben – nicht verwunderlich, denn sie hatten Zeit, um Vermögen anzusammeln.

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Ungleichheit in Deutschland besonders hoch

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  • Ich schreibe gerade ein Buch, indem ich unter anderem beschreibe, wie unser Geldsystem zu dieser Verteilung führt und diese Verteilung weiter verschäft. Systembedingt, rein mathematisch. Offensichtlichlich will unsere Poitikergarde das aber nicht thematisieren, sonst wäre das schon längst geschehen. Man kommt das ungewollt sogenannten Verwörungstheorien näher ! Alex Quint.

  • Das ist wolange der Sozialstaat funktioniert kein Problem.
    Der SOzailstat funktioniert aber nicht. Und zwar absichtlich umleute in den Tod zu treiben. Glas kalre MORDVERSUCHE.
    So geschehen unter anderm am 05. Februar 2007, andauernd bis zum 28. April 2007.

    Keine Geöldwäsche doer Scharzegldermittlung rechtfertfigt den Tod von menschen. Im gegenzug gehören die bematen wegen Mordversuch(tadbestandsmarkmal List, Habgier) in "Sicherungsverwahrung".

  • Die Tatsache bleibt aber, dass der eine mehr hat als der Andere. Also sollten DIE uns Geld geben, und nicht umgekehrt - das wäre dann diese "Solidarität".

    Abgesehen davon ist ihre Behauptung so nicht richtig: in der Studie steht nicht, dass die Deutschen so extrem konsumieren - dass wird den Deutschen im übrigen schon seit langem vorgeworfen, dass sie dies nicht tun. Fakt bleibt: die einen wissen zu ihre Schäfchen ins trockene zu bringen, die anderen werden ausgenommen.

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