Verschiebung der Rentenanpassung
Rente: Schmidt hofft auf Allparteien-Konsens

Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hofft bei der Rente nach dem Vorbild der Gesundheitsreform auf ein gemeinsames Vorgehen mit den großen Oppositionsparteien.

HB/dpa HAMBURG. Der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag-Ausgabe) sagte sie: „Ich baue auch darauf, dass im Herbst Vorschläge der Herzog-Kommission der Union zur Rente vorliegen. Wenn wir langfristig bei der Rentenanpassungsformel etwas verändern, wenn wir die Frühverrentung wirklich stoppen wollen, brauchen wir ein Gesamtpaket. Dazu wäre es gut, wenn die großen Parteien auch dabei zusammenarbeiten würden.“

Positiv äußerte sich Schmidt zum Vorschlag der Rürup-Kommission, das Renteneintrittsalter schrittweise ab 2011 bis 2035 von 65 auf 67 Jahre zu erhöhen. Hoffnung machte sie den Rentnern, die im kommenden Jahr womöglich doch noch mit einer minimalen Rentenerhöhung rechnen könnten. „Ausgemacht ist eine Null-Runde noch lange nicht“, so Schmidt.

Die Rürup-Kommission setzt sich nach einem Bericht des „Handelsblatts“ für eine Verschiebung der Rentenanpassung im nächsten Jahr um ein halbes Jahr ein. Einen entsprechenden Vorschlag wolle das Gremium am 28. August mit seinem Abschlussbericht zur Rentenreform der Bundesregierung machen. Dies ergibt sich aus Unterlagen der Kommission, die dem „Handelsblatt“ (Dienstag) vorliegen. Folge die Koalition dem Vorschlag, erhielten die Rentner ihre nächste Rentenerhöhung statt am 1. Juli 2004 erst am 1. Januar 2005. Durch die Verschiebung könnte der Rentenbeitrag dauerhaft um 0,2 %punkte gesenkt werden, begründet die Kommission ihre Forderung.

Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen hat die von der Rürup-Kommission geforderte Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre verteidigt. „Die Menschen leben heutzutage vier bis fünf Jahre länger als früher, also müssen sie auch länger arbeiten“, sagte Raffelhüschen dem „Mannheimer Morgen“ (Dienstag). Bislang sei die höhere Lebenserwartung immer zu 100 % in die Verlängerung der Rentenzeit eingeflossen, betonte der Finanzexperte, der Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission zur Reform der sozialen Sicherungssysteme ist. „Länger gearbeitet hat keiner."

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