
BerlinWer sich neben der gesetzlichen Pflegeversicherung privat zusatzversichert, wird ab 2013 steuerlich gefördert. So steht es in den Eckpunkten für die Pflegereform, die das Kabinett am Mittwoch verabschiedet und die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen. Geplant ist zu diesem Zweck die Förderung von kapitalgedeckter Altersvorsorge bei Riesterverträgen und Betriebsrenten aufzustocken. Die genauen Einzelheiten sollen jedoch noch nicht beschlossen werden. Hier besteht offenbar noch Gesprächsbedarf mit dem Finanzministerium.
Recht allgemein sind auch die Ankündigungen zu den bereits „kurzfristig“ geplanten Leistungsverbesserungen für Angehörige und Demenzkranke. Finanziert werden sollen sie über eine Beitragserhöhung zum 1.1.2013 um 0,1 Prozentpunkte. Sie wird 1,1 Milliarden Euro in die derzeit auch so gut gefüllte Pflegekasse spülen. Mit über fünf Milliarden Euro oder 2,9 Monatsausgaben übertreffen die Rücklagen derzeit deutlich die Mindestreserve von 1,5 Monatsausgaben.
Warum wird die private Pflegepolice nicht ausschließlich von den gesetzlichen Pflegeversicherungen angeboten? Da wird dann nix gezillmert, Verwaltungskosten sind niedrig und Marketingausgaben fallen auch nur in geringer Höhe an. Das würde sich auf jeden Fall für die Bürger und den Staat rechnen. Im öffentlichen Dienst bietet die VBL jedenfalls zu günstigen Konditionen Entgeltumwandlung und Riesterverträge an. DAS würde sie wohl kaum tun, wenn das Geschäft unrentabel wäre.
Bereits heute sind private Pflegeversicherungen unter Umständen steuerlich gefördert:
"Haben Sie für sich eine zusätzliche -
schlossen und sind Sie nach dem 31. 12. 1957 geboren, tragen Sie bitte diese
Beiträge in Zeile 68 ein. Die Eintragung kann zur Berücksichtigung der Beiträge im Rahmen eines zusätzlichen Höchstbetrags von 184 Euro führen."
Was ist die Alternative?
Nicht vorsorgen und alles selber bezahlen?
1.500 Euro pro Monat Zusazkosten.
Wer kann das aus seinem Ersparten?
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