Versorgungsmängel eingeräumt
Bundeswehr-Soldaten im Kongo tagelang nicht verpflegt

Tagelang keine reguläre Verpflegung, Ausfälle bei der Zeltpost, kritischer Zustand der sanitären Anlagen. Die Bundeswehrsoldaten sind im Kongo sicher nicht im Urlaub, aber damit haben die Truppen berechtigten Grund zu Klagen: Inzwischen räumt auch das Verteidigungsministerium Mängel bei der Versorgung ein.

HB BERLIN. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Klaus Reinecke, sagte am Freitag in Berlin, dass die von der EU mit der Versorgung beauftragte spanische Firma in den ersten Tagen ihren Aufgaben nicht umfassend hätte nachkommen können. So habe es Verzögerungen bei der Verpflegung und der Feldpost gegeben. Die Mängel seien „auf dem Weg, behoben zu werden“, betonte Reinecke. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung informierte sich per Video-Konferenz über die Lage vor Ort.

Jung, der eine Kaserne in Erfurt besuchte, sprach mit thüringischen Soldaten im Kongo. Der in Kinshasa stationierte Hauptfeldwebel Thomas Schmidt kritisierte in dem Gespräch die Unterkünfte der Truppen, vor allem die sanitären Einrichtungen. Auch fühle man sich „betreuungsmäßig im Stich gelassen“, sagte Schmidt. Der Hauptgefreite Oliver Groll beklagte, dass die Feldpost wieder zurückgeschickt worden sei.

Bundeswehr-Sprecher Reinecke erklärte in Berlin, mit der normalen Verpflegung habe erst zwei Tage später als vorgesehen begonnen werden können. Für die Soldaten sei dies kein Problem gewesen, da sie mit Einmann-Rationen der Bundeswehr versorgt gewesen seien. Die erste Feldpost sei inzwischen mit Bundeswehr-Maschinen nach Deutschland transportiert worden. Für 30 Cent pro Minute könnten die Soldaten jetzt auch von Kinshasa aus nach Deutschland telefonieren. Internetanschlüsse würden in Kürze eingerichtet.

Er bezeichnete die anfänglichen Schwierigkeiten als „Anlaufprozess, bei dem es am Anfang ein bisschen holpert“. Die Bundeswehr sei aber nicht zuständig, sondern die spanische Firma, die für Unterbringung, Verpflegung und Sanitäranlagen von der EU beauftragt worden sei. Die volle Einsatzbereitschaft bis zur Wahl am 30. Juli werde durch die Verzögerungen nicht tangiert.

Der Bundeswehrverband hatte zuvor die Vorbereitung des Kongo-Einsatzes kritisiert. Neben der Verpflegung und der Feldpost hatte er auch bemängelt, dass die Zelte noch nicht klimatisiert seien.

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