Verständnis für Angst der Deutschen: Merkel ruft Verbraucher zum Spritsparen auf

Verständnis für Angst der Deutschen
Merkel ruft Verbraucher zum Spritsparen auf

Die Bundeskanzlerin hat angesichts des verheerenden Klimaschutzberichtes der Uno die Autofahrer zum Umdenken aufgerufen. Ein generelles Tempolimit lehnt sie aber weiter ab. Die Klimaschutzdebatte facht auch die Diskussion über die Abkehr vom Ausstieg aus der Atomenergie wieder an.

HB FRANKFURT/MAIN. Merkel warnte vor einem vorschnellen Abschalten von Atomkraftwerken. „Die erneuerbaren Energien sind wichtig, können aber bis 2020 kein vollständiger Ersatz sein“, betonte die Kanzlerin. SPD-Chef Kurt Beck bezeichnete die Atomkraft hingegen als einen „Irrweg mit unkalkulierbaren Risiken“. Wie zur Bestätigung geht derweil die Pannenserie im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark weiter.

Die Bundeskanzlerin sagte der „Bild am Sonntag“, wer den Ausstieg aus der Atomenergie wolle, müsse auch ernsthafte Antworten entwickeln, wie die Klimaschutzziele erreicht werden könnten. Deutschland habe eigene Braunkohlevorkommen, werde mehr Steinkohle importieren und sei bei Gaslieferungen abhängig. „Und diese drei Quellen produzieren CO2. Wir stehen hier vor dem noch nicht befriedigend gelösten Problem, wie wir die CO2-Belastung bei Kohle und Gas weiter massiv senken können“, sagte Merkel.

In diesem Zusammenhang rief sie die Verbraucher zum Spritsparen auf. „Wer zurückhaltend Auto fährt - nicht immer Vollgas gibt - spart Benzin und verringert damit die CO2-Belastung“, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“. Zudem hob sie die Marktmacht der Verbraucher hervor: „Beim Autokauf sollten der Verbrauch und der Schadstoffausstoß eine wichtige Rolle spielen.“ Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen lehnt sie aber weiterhin ab. Auch will Merkel nach wie vor gegen die von EU-Umweltkommissar Dimas geplanten schärferen Vorgaben für die Autoindustrie kämpfen.

Die Hybrid-Technologie, bei der die deutschen Hersteller noch besser werden könnten, sei gerade im Stadtverkehr eine gute Sache. Merkel erinnerte die Bürger auch daran, dass sie durch häufigere Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel Klimaschutz betreiben könnten. „Erfreulich ist, dass das Bewusstsein dafür seit Jahren wächst.“ Der Uno-Klimaberichts sei „in der Tat bedrohlich“: „Es ist fünf vor Zwölf“, sagte die Kanzlerin.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas forderte von Deutschland indes größere Anstrengungen beim Klimaschutz. Der amtierende EU-Ratsvorsitzende Deutschland sei hier „derzeit keineswegs Vorreiter“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Dimas sagte, Staaten wie Großbritannien und Schweden seien näher an ihrem Kyoto-Ziel für die Reduzierung der Treibhausgase als Deutschland. Andere wiederum versteckten sich hinter Deutschland. „Erst wenn Deutschland den schönen Reden Taten folgen lässt, können auch die anderen sich nicht mehr verstecken“, sagte der Umweltkommissar.

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