Verstoß gegen die Moral: Lindner geißelt Provisionen der Deutschen Bank

Verstoß gegen die Moral
Lindner geißelt Provisionen der Deutschen Bank

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Christian Lindner kritisiert die von der Deutschen Bank gezahlten Provisionen in Millionenhöhe für Banker. Grenzen für die Freiheit ziehe nicht nur das Gesetz.
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Der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die von der Deutschen Bank gezahlten Provisionen in Millionenhöhe für Banker heftig kritisiert: „Grenzen für die Freiheit zieht nicht nur das Gesetz, sondern auch das Verantwortungsgefühl. Man sollte für in Freiheit getroffene Entscheidungen Gründe angeben können, die vor Moral, Vernunft und Gemeinwohl Bestand haben“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Montagausgabe). Laut dem FDP-Politiker gibt es keine solchen Gründe, „mit denen zum Beispiel Provisionen von 80 Millionen Euro bei der Deutschen Bank gerechtfertigt werden können“.

Lindner forderte „als Politiker, Bürger und Marktteilnehmer, dass Führungskräfte und Eigentümer ihrer Verantwortung gerecht werden“. Dazu gehöre, Maß zu halten und auf die Wirkungen zu achten. Die Ankündigung der EU, die Boni der Banker dürften künftig nicht höher ausfallen als das Grundgehalt, sieht Lindner skeptisch: „Ich bin gespannt, ob ohne den nötigen Mentalitätswechsel nicht die Grundgehälter erhöht werden“, sagte der FDP-Politiker.

Hans-Jürgen Jakobs Quelle: dpa
Hans-Jürgen Jakobs
Handelsblatt / Senior Editor
Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " Verstoß gegen die Moral: Lindner geißelt Provisionen der Deutschen Bank"

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  • Jahrelang ist nichts passiert oder nur ineffektives Stückwerk mit großen Schlupflöchern rausgekommen. Plötzlich merken einige, dass bei den Wählern zwar Politikverdrossenheit herrscht, dies aber mit Interesselosigkeit nichts zu tun hat. Das riecht nach Wahlpropaganda. Misstände lediglich anzuprangern reicht nicht aus.

  • Nicht aufgepaßt? Bei den 80 Mio ging es um Boni für einen einzigen MA....

  • Herr Lindner hat sicherlich recht. Von einem Politiker, bzw. seiner Partei, vor allem wenn Sie der Regierung angehört, erwarte ich jedoch Handeln und nicht irgendwelche Sonntagsreden über Moral und Unmoral. Man gewinnt den Eindruck, dass in Anbetracht des eingeläuteten Wahlkampfes hier einfach nur dem Volk nach dem Mund geredet wird.

    Derart unanständige Boni, Halteprämien, Antrittsprämien, "goldener Handschlag" und sind generell zu verbieten, denn das ist Diebstahl an den Aktionären.

    Generell ist es richtig, dass Grundgehalt und Boni der Geschäftsleitung von den Aktionären festzulegen sind. Um hierbei Kungeleien im Vorfeld einzugrenzen erscheint es vernünftig, das Grundgehalt generell zu limitieren und verschiedene Abstufungen vorzunehmen, z. B. in Bezug auf den Jahresumsatz. Vorstandsboni sollten dann noch maximal ca. 30-50% des Grundgehalts ausmachen und auch nur dann gezahlt werden, wenn nachhaltiger Gewinn erwirtschaftet worden ist. Sonderfaktoren, wie Verkauf von Anlagen oder Tochtergesellschaften dürften hierbei nicht berücksichtigt werden.

    Aktienoptionen für den Vorstand sind generell abzulehnen. Es reicht wenn die Vorstände für gute Arbeit gut bezahlt werden. Oft läuft es ja derzeit darauf hinaus, dass sie selbst für miserable Arbeit bestens bezahlt werden. (Siehe Thyssen-Krupp)

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