Versuchte Kofferbomben-Anschäge
Speisestärke sollte Leiden verschlimmern

Die Attentäter sind bei den vor sechs Wochen nur knapp gescheiterten Bahn-Anschlägen offenbar noch rücksichtsloser vorgegangen, als bislang bekannt. Die Wirkung der Kofferbomben sollte Magazin-Berichten zufolge mit Speisestärke erhöht werden.

HB BERLIN. Mit der Beimischung von Speisestärke zu den Brandsätzen wollten sie nach Berichten der Magazine „Spiegel“ und „Focus“ die Verletzungen ihrer Opfer verschlimmern. Die beiden Sprengstoffkoffer in den Regionalzügen waren wegen technischer Fehler nicht explodiert. Unterdessen sind erneut ein Bundesrichter und ein Team des Bundeskriminalamtes (BKA) zu Vernehmungen eines Tatverdächtigen im Libanon.

Laut „Focus“ geht aus Aussagen des in Beirut inhaftierten mutmaßlichen Kofferbombers Jihad Hamad (20) hervor, dass die Attentäter im Internet die Wirkung des Pulvers bei einer Explosion recherchiert hatten. Nach der Zündung der Bombe hätte sich ein Benzin-Luft-Gemisch mit dem feinen Staub der Speisestärke vermischt. Wie ein glühender Ölfilm hätte diese Mischung die Reisenden überzogen und wäre tief in die Haut eingezogen.

Hamad wurde am Samstag in Beirut in Anwesenheit eines deutschen Bundesanwalts verhört. Er soll nach libanesischen Angaben an diesem Montag weiter vernommen werden. Der Bundesanwalt konnte dem Beschuldigten keine Fragen stellen, weil dies nach libanesischem Recht nicht zulässig ist. Nach Angaben von BKA-Präsident Jörg Ziercke ist auch ein Dreierteam seiner Behörde zur Befragung Hamads in Beirut.

Er erhoffe sich eine Bestätigung der bisherigen Erkenntnisse sowie mehr Informationen zu Hamads Umfeld, zum dritten Tatverdächtigen, zu den Unterstützern aus der Kieler Szene und den Personen, die die Verdächtigen nach Deutschland eingeladen haben, sagte Ziercke in Wiesbaden. Die Kofferbomber hätten im Internet nach Bauanleitungen gesucht und El-Kaida-nahe Webseiten besucht. Allerdings bestehe keine eindeutige Zugehörigkeit zu El-Kaida-Gruppen.

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