Verteidigungsministerium lehnt Stellungnahme ab
Schrempp: Pfahls hatte keinen Beratervertrag

Medienberichte, denen zufolge der inhaftierte frühere CSU-Politiker Holger Pfahls in seiner Zeit als Verteidigungs-Staatssekretär einen Beratervertrag mit einer Tochter-Firma des Konzerns hatte, sind von Daimler-Chrysler und Firmenchef Jürgen Schrempp zurückgewiesen worden.

HB BERLIN. „Uns ist nichts bekannt von einem Beratervertrag mit Herrn Dr. Pfahls“, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Unternehmens. Zahlungen an Pfahls aus dem Jahr 1992 stammten aus dessen Arbeitsverhältnis mit der Daimler-Benz AG, die Pfahls nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerium eingestellt hatte. Schrempp habe keinerlei Kenntnis über einen Beratervertrag Pfahls oder Zahlung an ihn aus dessen - Pfahls - Zeit als Staatssekretär.

Das Magazin „Stern“ hatte vorab unter Berufung auf Ermittlungsakten der Augsburger Staatsanwaltschaft berichtet, Pfahls habe 1991 12.030 Mark aus einem Beratervertrag mit dem Luftfahrtunternehmen Daimler-Benz Aerospace AG (Dasa) erhalten. Der Grünen-Politiker Christian Ströbele sagte, wenn der Magazinbericht richtig sei, bestehe der Verdacht der Bestechung. Wenn die Dasa Schmiergeld an Pfahls gezahlt habe, sei der damalige Dasa- und heutige Konzern-Chef Schrempp nicht mehr zu halten.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Auch ein Sprecher des EADS-Konzerns, in den die Dasa im Jahr 2000 aufgegangen war, lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Der Augsburger Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz sagte, der „Stern“-Bericht werde noch geprüft.

Der „Stern“ berichtete weiter, Pfahls habe 1989 mit dem damaligen Dasa-Chef Schrempp Preise und Gewährleistungsbedingungen für das Kampfflugzeug „Eurofighter“ ausgehandelt. Pfahls habe dabei Schrempps Vorgaben größtenteils akzeptiert und für den Bund zusätzliche Risiken des Geschäfts in Kauf genommen. DaimlerChrysler erklärte dazu, die Konditionen für die Beschaffung des „Eurofighters“ seien 1998 und damit lange nach dem Ausscheiden von Pfahls aus dem Verteidigungsministerium abschließend festgelegt worden. In einer weiteren Erklärung des Konzerns hieß es, Schrempp weise „jegliche Unterstellung gegen seine Person im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Dr. Pfahls in den Medienberichten von heute entschieden zurück“.

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