Vertrauensverlust beklagt
Rau prangert egoistische Eliten an

In seiner letzten „Berliner Rede" hat Bundespräsident Johannes Rau den grassierenden Vertrauensverlust in die Politik und die allgegenwärtige Verunsicherung als lebensgefährlich für die Gesellschaft bezeichnet.

HB BERLIN. Es sei Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise, wenn Menschen weder der Regierung noch der Opposition glaubten. „Hier droht eine innere Auswanderung aus unserer Demokratie, die wir nicht tatenlos hinnehmen dürfen“.

Rau richtete seine Rede an alle, die in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortung tragen. Der Mangel an Vertrauen und Verantwortungsbereitschaft sei der eigentliche Grund für die pessimistische Stimmung und die mangelnde Kraft zur Veränderung. Das Land nähere sich einer kollektiven Depression. Der Bundespräsident kritisierte „Egoismus, Gier und Anspruchsmentalität in Teilen der so genannten Eliten“, die alle Maßstäbe verloren hätten. Allzu oft werde das Gemeinwohl vorgeschoben, wenn es nur um Gruppenegoismus gehe.

In seinen „Berliner Reden“ hat Rau, der am 30. Juni aus dem Amt scheidet, jedes Jahr zu aktuellen Themen Stellung bezogen. Raus Vorgänger Roman Herzog hatte die Serie von Ansprachen 1997 begründet.

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