Video-Podcast
Merkel hofft auf schnelle Arcandor-Insolvenz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt auf ein zügiges Insolvenzverfahren bei dem Arcandor-Konzern, damit die 43 000 betroffenen Beschäftigten bald Klarheit für ihre Zukunft haben. Gleichzeitig stellte sie den Betroffenen Hilfen in Aussicht und verteidigte ihre Entscheidung gegen Staatshilfen für den Handels- und Touristikkonzern.

HB BERLIN. "Die zuständigen Ministerien innerhalb der Bundesregierung werden ihre Hilfe ­ soweit das möglich ist ­ anbieten", sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Dabei gehe es auch um Stadterneuerungsprogramme und Hilfestellungen der Bundesagentur für Arbeit. Sie verteidigte erneut den Verzicht auf direkte staatliche Hilfen. "Wir können nicht die Steuerzahler damit belasten, dass sozusagen Fehlverhalten im Management ausgeglichen wird."

Merkel betonte: "Auch ein Insolvenzverfahren bedeutet keineswegs, dass es sich um eine Pleite handelt, sondern die Möglichkeit eines Insolvenzplanverfahrens eröffnet Umstrukturierungschancen und damit auch Zukunft für die Beschäftigten." Die Bundeskanzlerin sagte, sie sehe die Sorgen und Ängste der Beschäftigten. "Gerade im Bereich von Karstadt und den anderen Bereichen von Arcandor sind dies ganz wesentliche und schwierige Probleme für die betroffenen Menschen."

Arcandor hatte am Dienstag nach dem gescheiterten Antrag auf Staatshilfe einen Insolvenzantrag für die Arcandor AG sowie die Töchter Karstadt Warenhaus, Primondo und Quelle gestellt. Insgesamt müssen 43 000 Beschäftigte um ihre Arbeit bangen. Lediglich die an der Börse in London notierte Touristiktochter Thomas Cook und einige Spezialversender wie Baby-Walz sind von der Insolvenz ausgenommen. (Internet: www.bundeskanzlerin.

Außerdem appellierte die Kanzlerin an die Unternehmen, trotz der Wirtschaftskrise Auszubildende und Hochschulabsolventen einzustellen. „Ich werde die deutsche Wirtschaft noch einmal bitten, einen Schwerpunkt beim Thema Ausbildung zu setzen“, sagte sie mit Blick auf ihre Rede bei der Jahrestagung des BDI am Montag. Gerade auch junge Menschen müssten in den Unternehmen eine Chance bekommen. Daher sollten die Firmen Ausgebildete übernehmen und Auszubildende sowie Hochschulabsolventen einstellen. „Denn wir wissen: In der Mitte des nächsten Jahrzehnts werden wir Fachkräfte brauchen, und es muss uns gemeinsam gelingen, durch diese schwierige Zeit jetzt stabile Brücken zu bauen“, sagte sie in der wöchentlichen Video-Ansprache.

Sie wünsche sich, dass die Wirtschaft die Kraft habe, möglichst viele Innovationen jetzt umzusetzen. „Denn Deutschland wird nur stärker aus dieser Krise herauskommen, als es hineingegangen ist, wenn wir jetzt auch den Blick für die Zukunft öffnen“, sagte Merkel.

Insgesamt stelle die Kanzlerin der deutschen Wirtschaft ein gutes Zeugnis im Umgang mit der Krise aus. „Sowohl die großen Unternehmen als auch die kleineren verhalten sich in dieser schwierigen Lage in den allermeisten Fällen außerordentlich verantwortungsvoll. Es geht um Arbeitsplätze und es geht um die Zukunft in Deutschland“, sagte Merkel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%