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Viel Geld zieht manches Mal wenig Output nach sich: Gründungsberatung des Staats läuft mäßig

Staatliche Bemühungen um Gründungsunternehmen verfehlen oft ihr Ziel. Zwar hat die Bundesregierung erklärt, Innovationen kleiner Unternehmen und Forschungseinrichtungen schneller auf den Markt bringen zu wollen; daher fließen jährlich viele Millionen Euro in die Technologie- und Gründungsberatung. Doch der Erfolg ist zweifelhaft.

eve HB DÜSSELDORF. „Oft werden mit staatlichen Mitteln Leute mit Ideen wie in einer Kinderstube gefördert, die es im freien Markt gar nicht schaffen würden“, sagt der Direktor des Instituts für kleine und mittlere Unternehmen, Jörn A. Meyer.

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Oft erweisen sich Fördergelder als falsch platziert, weil die staatlich geförderten Beratungsstellen infolge schlechten Wirtschaftens oder fehlender Folgeaufträge nach Auslaufen der Förderung Pleite gehen – so etwa die Landesinitiative Bio-Gen-Tec NRW, die auch für das Land die Verteilung der Preisgelder aus dem Bioregio-Wettbewerb des Bundes von 1994 übernommen hatte. Infolge dieses Wettbewerbs wurden im Bereich Biotechnologie förderungswürdige Standorte ausgewählt. Die Bio-Gen-Tec ist inzwischen in Liquidation. Und alle Akteure, die den ehemaligen Chef, Hartmut Thomas – früher Referatsleiter im Wissenschaftsministerium von NRW – als Ansprechpartner erlebt hatten, müssen sich an die Nachfolgeorganisation, die 2003 gegründete Life Science Agency NRW (LSA), wenden.

Doch Insider bezweifeln, dass es LSA besser gelingen wird, Gründer in dem komplizierten Bereich der Life- Sciences (Pharmazie, Medizintechnik und Biotechnologie) zu beraten. „Zur erfolgreichen Gründung gehört es, privates oder staatliches Venture- Capital zu generieren. Das ist auch nach wie vor möglich, doch dafür sind neben guten Kontakten zu staatlichen Stellen, einer hohen Professionalität des Gründungsteams und einem hervorragenden Businessplan vor allem umfangreiches Wissen über den Kapitalmarkt und gute Kontakte zu allen Geldgebern nötig“, sagt die Chefin des Beratungsunternehmens Technologiekontor, Merle Fuchs. Bei der Life Science Agency NRW erfolgt der Kontakt zu den Investoren mangels eigenen Know-hows über externe Gutachter – Kritiker sehen hierin einen überflüssigen Zwischenschritt, der zusätzliche Kosten verursacht. LSA-Hilfe erhalten die mittelständischen Firmen dagegen beim Ausfüllen von staatlichen Förderanträgen.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Staat für viel Geld wenig Output erzielt, ist die Förderung der 1999 gegründeten Stiftung Cäsar, des Prestigeobjekts des Bonn-Berlin-Ausgleichs. Mit 350 Mill. Euro Stiftungskapital hatte der Bund die Stiftung ausgestattet – weitere 30 Millionen kamen vom Land NRW –, damit diese etwa anwendungsreifen Entwicklungen den Weg auf die globalen Märkte erleichtern soll. Doch nach vier Jahren zog der Wissenschaftsrat des Bundes, der das staatlich geförderte Projekt beurteilen sollte, das Fazit: „Der Transfer von Forschungsergebnissen und Patenten ist unzureichend.“

Weitgehend ohne staatliche Einmischung, aber dafür erfolgreicher behaupten sich die anderen beiden Gewinnerregionen des Bioregiowettbewerbs, Heidelberg und München. Hier beraten private Unternehmen – in Heidelberg die Heidelberg Innovation GmbH und in München die Bio-M-AG, junge Biotechnologiegründer – und statten sie gleichzeitig mit Venture-Capital aus.

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