Viele Menschen würden Arbeit annehmen, die sie vorher abgelehnt haben
Experten erwarten durch Hartz IV weniger Arbeitslose

Als Folge der Hartz IV-Reformen werden bis zu 500 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das glaubt das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft und Entwicklung (IZH).

HB BONN. Damit könnte die Arbeitslosigkeit erstmals seit 2001 wieder unter vier Millionen fallen, berichtet die Berliner Zeitung. "Wenn die Regelungen zum Arbeitslosengeld II konsequent umgesetzt werden, wird es bei den Ein- und Zwei-Euro-Jobs einen Zuwachs von bis zu 300 000 Stellen geben", sagte der IZA-Direktor für Arbeitsmarktpolitik, Hilmar Schneider. Bereits jetzt zu spüren, dass viele Bürger bereit seien, für ein geringes Entgelt zu arbeiten. Sie wollen so den Restriktionen von Hartz IV zu entgehen. "Wir erwarten, dass im kommenden Jahr im Niedriglohnsektor weitere 200 000 bis 300 000 neue Stellen entstehen", sagte Schneider.

Insgesamt ergäbe das einen erwarteten Rückgang der Arbeitslosenzahl um etwa eine halbe Million. "Damit kämen wir 2005 in Deutschland auf eine Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt zwischen 3,8 und 3,9 Millionen", so der IZA-Experte. Für das laufende Jahr erwartet Schneider einen Durchschnitt von 4,4 Millionen, etwa 10 000 mehr als 2003. Das wäre der höchste Wert seit der deutschen Einheit. Unter vier Millionen hatte die Zahl der Erwerbslosen zuletzt mit 3,85 Millionen im Jahr 2001 gelegen.

Schneider betonte jedoch, dass ein deutlicher Rückgang der Erwerbslosenzahl nur dann gelänge, wenn die Agenturen für Arbeit die Reformregelungen konsequent umsetzen würden. Er sagte auch, dass die wirtschaftliche Erholung ohne positiven Einfluss auf den Arbeitsmarkt bleiben werde. Bei einem Wirtschaftswachstum von voraussichtlich unter zwei Prozent im kommenden Jahr könne man keinen Stellenaufbau erwarten. Das sei eine Größenordnung, bei der sozialversicherungspflichtige Arbeiten verloren gingen.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat indessen 400 Mill. Euro für die neuen Jobcenter bewilligt. Damit erhielten alle Arbeitsagenturen Sicherheit und könnten mit der Einrichtung von Jobcentern sowie allen anderen notwendigen Maßnahmen beginnen.

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