Viele Mitglieder fürchten um die gewohnten Leistungen
Krankenkassen senken Beiträge nicht gesetzesgemäß

Mindestens sechs der über 260 gesetzlichen Krankenkassen werden ihren allgemeinen Beitragssatz zum 1. Juli nicht wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben um 0,9 Prozentpunkte senken. Fünf davon sind Betriebskrankenkassen.

BERLIN. „Das heißt aber nicht, dass diese Kassen die gesetzliche Vorgabe einfach missachten“, sagte der Sprecher des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) auf Anfrage des Handelsblatts. Auch das Bundesversicherungsamt wies darauf hin, dass in der Regel Sonderfaktoren für den niedrigeren Beitragsrückgang verantwortlich seien.

So haben die bisherigen Versicherten der IKK Westfalen das Nachsehen, weil ihre Kasse zum 1. Juli mit der IKK Bayern fusioniert und der neue gemeinsame Beitragssatz mit 13,3 Prozent nur um 0,6 Prozentpunkte unter dem alten Satz der IKK Westfalen liegt. Die Mitglieder der IKK-Bayern profitierten um so mehr: Ihr Beitrag sinkt von 15,7 auf 13,3 Prozent.

Die BKK Gruner+Jahr senkt nur um 0,5 Prozentpunkte. Hier ist eine Umlage zur Sanierung der BKK Heilberufe der Grund. An ihr muss sie sich nach der Satzung des BKK-Verbands wegen ihres besonders niedrigen Beitragssatzes beteiligen. Er wird allerdings auch nach dem 1. Juli mit 12,4 Prozent sehr günstig sein. Ähnliches gilt für die übrigen Betriebskrankenkassen, bei denen der Beitrag nicht um 0,9 Punkte gesenkt wird. Auch ihre Beiträge liegen schon heute deutlich unter dem Durchschnittsbeitrag aller Kassen von 14,2 Prozent.

Von der gesetzlich verordneten Senkung profitieren allein die Arbeitgeber. Ihr Beitragsanteil soll dadurch um 0,45 Prozentpunkte sinken. Dagegen werden die Versicherten unter dem Strich höher belastet. Denn sie müssen ab 1. Juli einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent zahlen. Unter dem Strich steigt ihre Beitragsbelastung also um 0,45 Prozentpunkte. Nur Bezieher von Arbeitslosengeld II sind von dem Zusatzbeitrag befreit. Für einen Versicherten mit einem Einkommen von 2000 Euro bedeutet dies Zusatzbelastungen von 18 Euro im Monat.

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