Viele Unternehmen haben flexible Vereinbarung
Konzerne wollen nicht alle zur 40-Stunden-Woche zurück

Bei den deutschen Großkonzernen ist, trotz der Debatte um längere Arbeitszeiten, keine Forderung nach einer generellen Rückkehr zur 40-Stunden-Woche laut geworden. Längere Arbeitszeiten sind bei vielen Unternehmen kein Thema.

HB FRANKFURT. Der Autohersteller BMW ergänzte, die im Flächentarif möglichen Flexibilisierungen reichten aus, um einen Großteil der Kosten-Nachteile in Deutschland wieder auszugleichen. Der Chef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, sagte, Problem des Unternehmens sei eher, dass es zu wenig Arbeit für die Mitarbeiter habe. In der Luftfahrt und der Touristikbranche dringen die Arbeitgeber dagegen mit Blick auf die lange Krise der Branche seit längerem auf eine Öffnung der Arbeitszeit nach oben. Der Maschinen- und Lkw-Hersteller MAN verhandelt für sein Augsburger Werk über längere Arbeitszeiten.

Der Siemens-Konzern hatte sich mit der IG Metall auf längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich für zwei Werke in Nordrhein-Westfalen verständigt, wo die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland drohte. Zudem vereinbarten beide Seiten eine Rahmenvereinbarung, in der Siemens den Flächentarif anerkannte. Die Gewerkschaft erklärte sich bereit, unter Umständen längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich oder der Kürzung von Sonderzahlungen zuzustimmen. Nach der Vereinbarung hatten Wirtschaftsverbände und Vertreter der Union generell längere Arbeitszeiten gefordert, um die Lohnkosten zu senken.

Ein Sprecher von BMW sagte, das Unternehmen prüfe durchaus, ob in einigen projektbezogenen Bereichen 40-Stunden-Verträge sinnvoll seien. Insgesamt biete aber der Flächentarifvertrag genug Möglichkeiten, um die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Über Arbeitszeitkonten sei BMW weitgehend flexibilisiert. „Das ist immer der Weg gewesen, mit dem wir große Teile der Kosten-Nachteile im Inland ausgleichen konnten.“

Beim Konsumgüterhersteller Henkel hieß es, eine Verlängerung der Arbeitszeit sei kein Thema. Der mit der IG BCE geschlossene Tarifvertrag lasse aber Abweichungen von den geltenden 37,5 Stunden zu. Die Deutsche Post hatte im Rahmen eines Beschäftigungspakts ein flexibles Arbeitszeitmodell vorgelegt, das bis zu 48 Stunden pro Woche erlaubt. Damit kann die Post etwa in der Weihnachtszeit flexibel reagieren. Weitere Schritte seien nicht geplant, sagte ein Sprecher.

Für ThyssenKrupp sind längere Arbeitszeiten wie bei Siemens kein Thema. „Solche Abwanderungsüberlegungen gibt es bei uns zurzeit nicht“, sagte ein Sprecher. Der Konzern gehört mit rund 100.000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern im Inland. Betriebsratschef Thomas Schlenz sagte, Sanierungstarifverträge wie bei Siemens seien bei Thyssenkrupp seit Jahren üblich.

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