Vier der Verdächtigen stammen aus der Skinhead-Szene
Polizei kam Bombenanschlag zuvor

Die Polizei hat in einer Münchener Wohnung Sprengstoff sichergestellt und konnte damit offenbar einen Anschlag mit rechtsradikalem Hintergrund vereiteln. Die Beamten ermitteln gegen sechs Verdächtige wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens und eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

HB MÜNCHEN. In der Wohnung eines schon im Juli verhafteten Mannes aus der Skinhead-Szene seien rund 14 Kilogramm „sprengstoffverdächtiges Material“ und zwei Handgranaten sowie Munition gefunden worden, Teilte die Polizei am Mittwoch mit. Nach ersten Erkenntnissen seien mindestens 1,7 Kilogramm davon TNT-Sprengstoff.

Am Dienstag habe die Polizei weitere Wohnungen und Objekte durchsucht und dabei Waffen und umfangreiche schriftliche Unterlagen gefunden. Im September 1980 hatte ein Rechtsradikaler eine Bombe auf dem Münchener Oktoberfest gezündet. Dabei waren zahlreiche Menschen getötet und über 200 verletzt worden.

Bei den Verdächtigen handelt sich um fünf Männer und eine Frau aus Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Vier der Tatverdächtigen stammen aus der rechtsextremen Szene, teilte die Polizei weiter mit.

Auf die Spur der Gruppe war die Polizei bei Ermittlungen in einem anderen Fall gestoßen. Dabei hatten zwei Skinheads im Juli einen 23-Jährigen schwer verletzt, der nach eigenen Angaben aus der Skinheadszene aussteigen wolte. Bei den anschließenden weiteren Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen einen der beiden Männer stieß die Polizei auf den Sprengstoff. Eine gemeinsame Sonderkommission aus Staatsschützern der Polizei und Beamten des Landeskriminalamts ermittelte schließlich die insgesamt sechs Tatverdächtigen im Alter von 18 bis 37 Jahren.

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