Vier Milliarden Euro erzielt - Aktie zu 15,05 Euro platziert
KfW verkauft Eichels Telekom-Aktien

Die staatliche KfW-Bankengruppe hat am Montag Aktien der Deutschen Telekom im Wert von gut vier Milliarden Euro verkauft. Es handelte sich um Papiere, die Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) zuvor bei der KfW geparkt hatte. Der Verkauf schafft der Förderbank Spielraum für weitere Übernahmen von Beteiligungen des Bundes.

asr/doe/mm/str FRANKFURT. Eichels Ziel ist es, sich bis Ende 2006 von sämtlichen Bundesanteilen an Post und Telekom zu trennen. Die Transaktion ist die größte Aktienplatzierung in Deutschland seit dem Börsengang der Post im November 2000. Die T-Aktie verlor gestern gut ein Prozent.

Die Finanzmärkte seien derzeit aufnahmefähig, begründete eine KfW-Sprecherin den Zeitpunkt für die Transaktion, die ein Gesamtvolumen von fast 300 Mill. Aktien umfasst. Allerdings wechseln nicht alle Papiere direkt den Besitzer. Neben einem Paket im Wert von bis zu drei Mrd. Euro, das die von der KfW beauftragten Banken an institutionelle Anleger verkaufen, werden ausgewählten Investoren zusätzlich Optionsscheine auf T-Aktien im Volumen von einer Mrd. Euro angeboten. Die beauftragten Banken haben außerdem die Möglichkeit, die Menge der von ihnen gekauften Aktien um 15 Prozent zu erhöhen. Die Bücher seien gestern kurz nach dem deutschen Börsenschluss um 17.30 Uhr geschlossen worden, erfuhr das Handelsblatt aus Bankenkreisen. Der Preis für die Aktie liege bei 15,05 Euro und damit am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne von 15,05 bis 15,20 Euro.

Koordiniert wurde die Transaktion von den Wall-Street-Häusern Citigroup, JP Morgan und Morgan Stanley. Damit war erstmals bei einer Platzierung dieser Größe in Deutschland keine einheimische Bank unter den Führungsinstituten. Vor allem das Fehlen der Deutschen Bank sei bemerkenswert, hieß es in Bankenkreisen. Beim Börsengang der Postbank im Sommer war die Deutsche Bank noch in führender Position dabei. Allerdings hätten die Querelen bei der Platzierung der Posttochter, für die sich erst nach einer Preissenkung genügend Käufer fanden, die Deutsche Bank viele Sympathien in der Bundesregierung gekostet.

Durch die Transaktion verringert sich die von der KfW gehaltene Beteiligung an der Telekom von bislang rund 17 Prozent auf etwa 10 Prozent. Der Bund selbst hält noch 26 Prozent der Aktien des größten europäischen Telekommunikationskonzerns.

„Die KfW macht Platz für weitere Übernahmen“, hieß es am Montag in Kreisen der Berliner Regierungskoalition. Es sei „relativ klar, dass es noch weitere Platzhaltergeschäfte geben wird“. Unklar sei, ob die Transaktionen noch in diesem oder erst im nächsten Jahr vorgenommen würden.

Insgesamt hat Eichel für dieses Jahr Privatisierungserlöse von gut 10 Mrd. Euro eingeplant. Davon konnte er bislang nur die Hälfte realisieren. Sollte er die angepeilte Summe nicht erreichen, würde sich das Rekorddefizit weiter erhöhen. Für den Haushalt 2005 hat sich Eichel mit Privatisierungserlösen von 15,5 Mrd. Euro noch ehrgeizigere Ziele gesteckt.

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