Visa-Affäre
Entlassener Botschafter will klagen

Der wegen seiner Kritik an Außenminister Fischer entlassene Botschafter Elbe rebelliert weiter. Er plant, gegen seine Zwangversetzung in den Ruhestand Klage einzureichen.

HB BERLIN. Elbe habe den schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten und Rechtsanwalt Trutz Graf Kerssenbrock (CDU) mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt, berichtet die Zeitung "Die Welt". Der Anwalt sagte dem Blatt, er prüfe nun, ob Elbes Versetzung in den Ruhestand willkürlich erfolgt sei.

Der deutsche Botschafter in der Schweiz war am Donnerstag auf Ersuchen Fischers mit sofortiger Wirkung in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Der 63-jährige Elbe hatte die von Fischer angeordnete Änderung der Gedenkpraxis für Ex-Diplomaten kritisiert. Ein Brief, in dem er Fischer mangelnde Sensibilität im Umgang mit dieser Frage vorwarf, war in einer Zeitung veröffentlicht worden.

Fischer hatte ehrende Nachrufe auf Diplomaten in einer Hauszeitschrift des Ministeriums gestoppt, nachdem damit ein wegen Kriegsverbrechen in der NS-Zeit verurteilter Ex-Konsul geehrt wurde. Später revidierte Fischer die Regelung und entschied, künftig grundsätzlich auf Nachrufe zu verzichten und den Tod früherer Mitarbeiter nur noch zu vermelden.

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