Vogelgrippe
Rätselhafter Seehofer verwirrt die Bayern

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer ist es nur schwer recht zu machen: Erst kritisierte er die Behörden auf Rügen, weil sie angeblich zu langsam auf das Vogelgrippe-Virus H5N1 reagiert hatten. Nun trifft Seehofers Zorn die Behörden in Bayern: Die waren ihm zu schnell bei der Seuchenbekämpfung.

HB MÜNCHEN/BERLIN. Der bayerische Landwirtschaftsminister Werner Schnappauf (ebenfalls CSU) reagierte am Dienstag empört auf Vorhaltungen Seehofers, mit einem Verdachtsfall auf das Virus H5N1 in einem Geflügelhof zu früh an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. Schnappauf sagte: „Die Kritik ist auch in der Sache unberechtigt, in der Form unverständlich und am Ende lässt sie eine klare Linie des Bundesministers vermissen“. Schnappauf erklärte, er frage sich, was bei Seehofer jetzt gelten solle. „Auf Rügen war es ihm ein bisschen zu wenig, was die örtliche Behörde geleistet hat, in Lichtenfels war es ihm ein bisschen zu viel.“

Schnappauf hatte am Montag mitgeteilt, dass es bei einem Geflügelbetrieb im oberfränkischen Lichtenfels den Verdacht auf ein Übergreifen der Tierseuche auf Nutztiere gebe. Dies wäre der erste H5N1-Fall bei Geflügel in Deutschland gewesen. Am Abend hatten sich die Befürchtungen als unbegründet herausgestellt. Da waren die 400 Enten und Hühner in dem Betrieb jedoch schon getötet worden.

Seehofer hatte dem Sender Phoenix am Montagabend gesagt: „Wir müssen mit dem Umgang mit der Öffentlichkeit, so lange ein Verdacht nicht bestätigt ist, viel sorgfältiger umgehen.“ Es sei besser, sich einen Tag Zeit zu nehmen und aufzuklären. Eine Verunsicherung könne nicht nur in Deutschland zu Ängsten oder auch Ermüdungserscheinungen angesichts der Seuche führen: „Sie glauben gar nicht, wer sich aus dem Ausland bei uns gemeldet hat, ob man aus Deutschland jetzt noch Geflügel beziehen kann.“ Schnappauf habe mit den direkten tierseuchen-rechtlichen Maßnahmen aber korrekt gehandelt.

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