Volkswirtschaft ist auf Gewerkschaften angewiesen
Schröder: Metallerstreik war falsch

Kanzler Gerhard Schröder hat den Streik in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie als Fehler der Gewerkschaften bezeichnet, zugleich aber davor gewarnt, die Gewerkschaften wegen ihres Verhaltens im Osten zu verunglimpfen.

vwd BERLIN. Die Gewerkschaften seien derzeit mindestens in einem so schwierigen Prozess des Umdenkens und Umlernens wie die Parteien und die Politik, sagte der Kanzler.

„Wenn, wie in der letzten Streikbewegung im Osten Deutschlands, Fehler gemacht worden sind, und das waren ohne jeden Zweifel Fehler, dann halte ich es für angemessen, einer großen und wichtigen Organisation Gelegenheit zu geben, aus diesen Fehlern zu lernen, sie zu korrigieren, nicht aber die Mitglieder dieser Organisation zu demütigen“, sagte Schröder am Dienstag bei der 7.Internationalen Wirtschaftstagung der SPD in Berlin.

Wer glaube, diese Situation nutzen zu können, um zum „entscheidenden Schlag“ gegen die Gewerkschaften auszuholen, der „vergeht sich auch gegen die Stabilität einer Volkswirtschaft“, die auf starke, aber kompromissbereite und veränderungsbereite Gewerkschaften angewiesen sei. Die Debatte der deutschen Gewerkschaften müsse in zwei Richtungen gehen. Einerseits müssten sie die Veränderungen in der Gesellschaft „sorgfältiger als in der Vergangenheit“ analysieren und daraus auch die Konsequenzen für ihr eigenes Handeln ziehen.

Andererseits müssten sie dafür sorgen, „dass die Balance zwischen der zentralen Verhandlungsmacht wichtiger Gewerkschaften und den betrieblichen Möglichkeiten der Beschäftigten, ihrer Betriebsräte und der Unternehmensleitungen neu definiert wird, und zwar zu Gunsten von mehr Möglichkeiten in den Betrieben“, forderte der Bundeskanzler. „Ohne jeden Zweifel muss das so sein“, sagte Schröder. Als nachahmenswert nannte der Kanzler die Vereinbarungen, das innerhalb der IG BCE ausgehandelt worden seien.

Dort sei eine Balance zwischen zentralen Verhandlungsmöglichkeiten und weitreichenden Öffnungsmöglichkeiten über alle Fragen der Tarifbindung gefunden worden, „die beispielhaft ist und von der ich möchte, (...) dass sie für viele in ähnlicher oder gleicher Weise verbindlich wird“, sagte der Bundeskanzler.

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