Deutschland

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Von Gauck bis Zollitsch: Weihnachtsbotschaften beschwören Zusammenhalt

Bundespräsident Joachim Gauck ruft zu Solidarität auf, Hannelore Kraft zu mehr Respekt: Der Tenor der diesjährigen Weihnachtsbotschaften ist einhellig. Erzbischof Zollitsch warnt gar vor der sozialen Spaltung des Landes.

Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Weihnachtsansprache. Quelle: Reuters
Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Weihnachtsansprache. Quelle: Reuters

BerlinMehr Solidarität in der Gesellschaft lautet in diesem Jahr die zentrale Weihnachtsbotschaft. Bundespräsident Joachim Gauck rief die Deutschen am Heiligabend zu Gemeinsinn und Zusammenhalt auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, warnte vor einer sozialen Spaltung in Deutschland. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) prangerte den schleichenden Werteverfall im täglichen Umgang an.

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"Ja, wir wollen ein solidarisches Land", sagte Gauck in seiner Weihnachtsansprache. "Ein Land, das den Jungen Wege in ein gutes Leben eröffnet und den Alten Raum in unserer Mitte belässt. Ein Land, das jene, die seit Generationen hier leben, mit jenen verbindet, die sich erst vor kurzem hier beheimatet haben."

Rückblick: Das war 2012

Das Staatsoberhaupt erklärte: "Wer keine Zuwendung erfährt und keine schenkt, kann nicht wachsen, nicht blühen." In der Sprache der Politik heiße das Solidarität, in der Sprache des Glaubens Nächstenliebe und in den Gefühlen der Menschen Liebe.

Mit Blick auf seinen kürzlichen Besuch in einem brandenburgischen Flüchtlingswohnheim sagte Gauck: "Zwar werden wir nie alle Menschen aufnehmen können, die kommen. Aber: Verfolgten wollen wir mit offenem Herzen Asyl gewähren und wohlwollend Zuwanderern begegnen, die unser Land braucht."

Der Freiburger Erzbischof Zollitsch warnte in den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" vor einer sozialen Spaltung in Deutschland. "Die Armen bleiben zurück, und der Reichtum in der Hand einiger Weniger nimmt weiter zu. Das ist eine gefährliche Entwicklung", sagte Zollitsch. Auch das Problem drohender Armut im Alter bereite ihm Sorge. Daher sollten Steuererhöhungen und Abgaben für Vermögende kein Tabu sein, um gesellschaftlich wichtige Aufgaben zu finanzieren.

  • 24.12.2012, 15:01 UhrFakten

    Man kann die Schönlaberei nicht mehr hören. Wo ist der kritische Bundespräsident, der auch mal der schlechten Politik und den Ungerechtigkeiten in unserem Land den Marsch bläst? Wo sind die Aussagen über die explodierenden Energiepreise und kommunalen Abgaben, die viele Bürger vor unlösbare Probleme stellen? Wo sind die Taten gegen die Verarmung der Kinder und der Arbeitnehmer? Wo ist die Kritik an den laufenden Rentenkürzungen seit Jahren, die viele Rentner in Bedrängnis bringen, weil nicht einmal die Inflationsraten ausgeglichen werden? Wo sind die Kürzungen bei den Beamten? Sind sie gleicher nach dem Grundgesetz? Vieles beantwortet der Bundespräsident leider nicht. Das Schweigen zu vielen drängenden Themen verrät seine Einstellung. Ich meine, so einen Präsidenten brauchen wir nicht, weil er nichts, gar nichts bewirkt. Schade für unsere Demokratie. Gerade in diesen Tagen gehören die kritischen Themen auf den Tisch. Dann hätte ich Hochachtung vor Herrn Gauck. Gefasel will das Volk nicht.

  • 24.12.2012, 15:21 UhrDoppelmoral_und_Macht

    Die christlichen Kirchen müssen nach Überzeugung von Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt entschiedener für ihre Botschaften werben


    ...wo ist eigentlich die Scheidung zwischen Kirche und Staat geblieben?
    Jedem einigermassen gebildeten Menschen kommt doch bei so etwas die Galle hoch. Kommt jetzt das Wort zum Sonntag aus dem Bundestag?

    Scheinbar hat man deutlich die blutigen Erfahrungen der Vergangenheit vergessen, ebenso wie die Lehren, die man daraus gezogen hat. Religion sollte wirklich Privatsache sein und bleiben.
    Wir befinden uns auf dem Weg zurück ins Mittelalter.
    Kein Wunder, dass Gauck für die Zuwanderer so wirbt. Je mehr Salafisten im Lande, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass einfache Gemüter in die "rettenden" Arme der Kirchen fliehen. Und je stärker der Zulauf, desto grösser die Macht. Die evangelische und katholische Kirche sind ja heute schon der grösste Arbeitgeber - auf Kosten des Steuerzahlers und zu teilweise unmenschlichen Bedingungen.
    In Frankreich hat es in der Zwischenzeit zu Recht bereits Prozesse gegen Pax Christi (katholisch) gegeben wegen Sklaverei in verschiedenen Fällen. Es ist nämlich ein europäisches Problem, mit dem man hier konfrontiert wird.

  • 24.12.2012, 15:44 Uhrmiauuu

    wie sehr können wir MERKEL . Die größte gefahr geht von ihrer Ideologie aus .

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