Von Kündigungswelle überrascht: AOK lockt Mitglieder mit Billigtarifen

Von Kündigungswelle überrascht
AOK lockt Mitglieder mit Billigtarifen

Bei den 16 Ortskrankenkassen und dem AOK-Bundesverband in St. Augustin bei Bonn wird derzeit fieberhaft an neuen Tarifmodellen gearbeitet. Nach den letzten teilweise heftigen Beitragserhöhungen waren den AOKs Tausende Mitglieder weggelaufen, die die Kassen nun mit guten Preisen zurückholen wollen.

BERLIN. „Wir werden die mit der Gesundheitsreform eröffneten Möglichkeiten nutzen, um kündigungswillige Versicherte mit maßgeschneiderten Tarifen bei der Stange zu halten“, kündigte AOK-Sprecher Udo Barske gestern an.

In Planung sind neben Tarifen mit einer niedrigeren Beitragsbelastung auch Spezialtarife für Versicherte, die bereit sind, für bessere Leistungen auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Noch im Laufe des Monats wollen die Ortskrankenkassen ihre Angebote vorstellen. Ab April, so sieht es die Gesundheitsreform vor, kann sie dann jeder Interessent buchen.

Seit zwei Monaten rollt über die Ortskrankenkassen, die ihre Beitragssätze zu Jahresbeginn besonders stark erhöht haben, eine Kündigungswelle hinweg. Amtliche Zahlen liegen zwar noch nicht vor, doch knapp 300 000 Kündigungen seien durchaus drin, heißt es in AOK-Kreisen. Besonders betroffen ist die AOK Rheinland-Pfalz, die mit über 800 000 Mitgliedern immer noch Marktführer im Land ist: Um Schulden abzubauen, hatte sie ihren Beitragssatz zum 1. Januar um satte 1,6 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent erhöht.

Jetzt will Vorstandschef Walter Bockemühl gegenüber dem Hauptkonkurrenten – der Süd-West-IKK mit ihrem konkurrenzlos günstigen Beitragssatz von 12,3 Prozent – in die Offensive gehen: „Diesen günstigen Beitrag kann die Süd-West-IKK nur deshalb fordern, weil sie an die Ärzte mit einer Kopfpauschale pro Versicherten von nur 290 Euro pro Jahr deutlich weniger als alle anderen Kassen überweist“, klagt Bockemühl.

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