"Von Untertauchen kann keine Rede sein"
Kaplan soll sich bislang an alle Auflagen gehalten haben

Nach Angaben der Stadt Köln hat sich der per Haftbefehl gesuchte Islamistenführer Metin Kaplan bislang an alle Auflagen der Ausländerbehörde gehalten und muss sich erst wieder am kommenden Dienstag melden. Daher könne zurzeit nicht davon gesprochen werden, dass Kaplan untergetaucht sei, sagte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag.

HB DÜSSELDORF. Kaplan habe sich bislang stets an alle Auflagen gehalten, sagte die Sprecherin der Stadt, Inge Schürmann. Er müsse sich einmal pro Woche melden. Das Kölner Stadtgebiet dürfe er nicht ohne ausdrückliche Genehmigung verlassen. Wegen des Feiertages am Pfingstmontag müsse sich Kaplan erst wieder am Dienstag melden. „Deshalb kann man auch nicht davon sprechen, dass er untergetaucht wäre.“

Schürmann betonte, dass die Stadt Köln auf unterschiedliche Ausgänge des Berufungsverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht Münster am Mittwoch vorbereitet gewesen sei. „Wir waren ganz gut präpariert.“ Unmittelbar nach dem Urteilsspruch des achten Senats habe ein Mitarbeiter der Kölner Ausländerbehörde noch im Gerichtssaal der Anwältin Kaplans, Ingeborg Naumann, eine Ordnungsverfügung überreicht. Darin sei Kaplan letztmalig aufgefordert worden, die Bundesrepublik Deutschland bis spätestens 2. Juni zu verlassen. Andernfalls werde er in die Türkei abgeschoben. Nach der Übergabe habe die Stadt beim Amtsgericht Köln einen Haftbefehl gegen Kaplan beantragt. „Dem hat das Amtsgericht relativ zügig stattgegeben.“ Daraufhin habe die Polizei versucht, den Haftbefehl zu vollstrecken.

Der als „Kalif von Köln“ bekannte Kaplan war am Mittwochabend von der Polizei nicht angetroffen worden, als Beamte ihn festnehmen wollten. Unmittelbar zuvor hatte Oberverwaltungsgericht Münster seine Ausweisung in die Türkei gebilligt. Kaplan hatte in Köln den inzwischen verbotenen Kalifatstaat ausgerufen und war im Jahr 2000 zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er öffentlich zur Ermordung eines religiösen Widersachers aufgerufen hatte, der später in Berlin getötet wurde.

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