Vor 60 Jahren wurde Nürnberg erobert
Kampf um „deutscheste“ Stadt

Es gibt ein symbolisches Bild für die Befreiung Nürnbergs von der nationalsozialistischen Diktatur: Die Sprengung des gewaltigen Hakenkreuzes auf dem Dach der Zeppelintribüne. Dort, wo die Nazis jahrelang ihre pompösen „Reichsparteitage“ abhielten, feierten nun amerikanische Soldaten ihren Triumph über das Gewaltregime.

HB NÜRNBERG. Auch das Datum hat Symbolkraft: Ausgerechnet an „Führers Geburtstag“, dem 20. April 1945, eroberte die siebente US-Armee die Stadt, die ihr als die „deutscheste“ galt und wie kaum eine andere für den Hitler-Staat stand. Zehn Jahre zuvor waren hier die Rassengesetze erlassen worden, die den Weg zur Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden ebneten. Auf den „Reichsparteitagen“ hatten sich die Nazis gefeiert und der Welt ihre Stärke demonstriert.

So maßen die Amerikaner der Niederwerfung Nürnbergs, der „Wiege“ des Nationalsozialismus, größte Bedeutung zu. Auch militärisch war die Einnahme der Stadt für die Kommandeure wichtig. „Sie fürchteten, dass sich einige hunderttausend fanatische deutsche Soldaten in die „Alpenfestung“ zurückziehen und dort in unwegsamem Gelände den Alliierten noch lange Widerstand leisten könnten“, heißt es in einem Aufsatz des Nürnbergers Karl Kunze, der an den Kämpfen um die Stadt teilgenommen und später Material über das Kriegsende in Nürnberg gesammelt hatte.

Auch die Nazis wussten darum. Laut „Führerbefehl“ sollte die Stadt „bis zum letzten Mann“ verteidigt werden. Nach dem verheerenden Luftangriff britischer Bomber am 2. Januar 1945 war Nürnberg zwar schon zum größten Teil zerstört. Die örtlichen Machthaber waren dennoch entschlossen, dem „Führerbefehl“ Geltung zu verschaffen, obwohl ihnen nur einige 1 000 Mann gegen die Streitmacht der Amerikaner zur Verfügung standen.

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