Vor CSU-Parteitag
Pauli hofft auf Gottes Beistand

Manchmal hilft nur noch Beten: Gabriele Pauli, die für den CSU-Vorsitz kandidiert, vertraut bei der Wahl dem lieben Gott, sagte sie der Zeitschrift "Bunte". Er werde schon „das Richtige für sie finden“. Höheren Beistand könnte Pauli angesichts der jüngsten Umfrage-Ergebnisse tatsächlich gut gebrauchen.

HB MÜNCHEN. Die als CSU-Rebellin bekannt gewordene Fürther Landrätin Gabriele Pauli betet vor dem CSU-Parteitag in München zu Gott. „Ich werde von Gott geführt und kann mich darauf verlassen, dass er für mich das Richtige findet. Ich lebe danach in letzter Zeit immer bewusster“, sagte die Kandidatin für den Parteivorsitz der Illustrierten „Bunte“.

Das Blatt zitiert sie mit den Worten: „Ich bitte Gott sehr oft um Hilfe. Das werde ich auch vor dem Parteitag tun.“ Pauli bewirbt sich gegen den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer am Samstag um die Nachfolge Edmund Stoibers an der Spitze der CSU.

„Ich würde mir wünschen, Vorsitzende zu werden", sagte Pauli. "Aber ich weiß, dass ich bestimmte Themen dann nicht ansprechen dürfte, weil mir die Parteistrategen sagen, da würde ich mich taktisch unklug verhalten.“

Mit Kritik an Stoiber und Spitzelvorwürfen gegen die Staatskanzlei hatte Pauli im Winter eine Führungskrise ausgelöst, an deren Ende Stoiber schließlich widerwillig seinen Hut nahm. Am 30. September tritt er als Ministerpräsident zurück, führt aber bis zum 9. Oktober kommissarisch die Amtsgeschäfte weiter. Bei der Wahl des neuen Parteivorsitzenden werden Pauli allerdings wenig Chancen eingeräumt. Das hindert sie aber nicht daran, ihre Konkurrenten weiter scharf anzugreifen. So warf Pauli Bundesagrarminister Seehofer am Mittwoch wegen dessen Privatleben Doppelmoral vor.

„Jeder kann ja so leben, wie er will, aber Glaubwürdigkeit ist, dass man dann nicht in ein Parteiprogramm was anderes reinschreibt“, sagte Pauli dem Hörfunksender Antenne Bayern mit Blick auf eine außereheliche Beziehung Seehofers, aus der ein Kind hervorgegangen war. Wenn man als CSU-Politiker den besonderen Schutz der Ehe im Parteiprogramm verfechte, sollte man entweder danach leben oder akzeptieren, dass die Lebenswirklichkeit vieler inzwischen anders sei, sagte die Fürther Landrätin.

Die zweimal geschiedene Pauli verteidigte ihren Vorstoß für befristete Ehen. Trotz ihrer geringen Chancen will die CSU-Rebellin weiter Parteichefin werden. Angst vor Ausfällen gegen sie wie beim Politischen Aschermittwoch der CSU im Frühjahr in Passau habe sie beim Parteitag nicht.

Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv halten 34 Prozent der Bayern - unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung - Huber für am besten geeignet für den CSU-Vorsitz. Seehofer käme auf 31 Prozent. Anders sieht das Bild bundesweit bei Unionsanhängern aus: Bei ihnen hat Seehofer die Nase vorn. 42 Prozent der CDU/CSU-Wähler wünschen sich Seehofer als neuen CSU-Chef, 36 Prozent sind für Huber.

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