Deutschland

_

Vor dem Abgang: Merkels Umgang mit Wackelkandidaten

In der Causa Wulff fällt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bislang durch ihr anhaltendes Schweigen auf. In den vergangenen Jahren hat sie diese Taktik auch in anderen Fällen angewandt. Doch nicht immer wartet sie ab, manchmal prescht sie auch vor und setzt andere unter Druck - etwa in der Affäre Sarrazin.

von Martin DowideitBild 4 von 9

Im Fall von Thilo Sarrazin (SPD) wählte Merkel die harte Gangart. In einem Buch hatte der damalige Bundesbankvorstand im August 2010 umstrittene Äußerungen zur Integrationspolitik zusammen getragen und extreme Aufmerksamkeit erregt. Noch vor dem offiziellen Erscheinen des Werks sagte Merkel, dass sich die Bundesbank sicherlich mit dem Fall befassen werde. Die indirekte Aufforderung an den inzwischen abgetretenen Bundesbankpräsidenten Axel Weber, Sarrazin zum Rücktritt zu bewegen, wurde als Einmischung in die Unabhängigkeit der Notenbank gewertet.

Bild: AFP