Vor der Hamburg-Wahl
Naumann gegen Koalition mit Linkspartei

Der Hamburger SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann nimmt sich seine hessische Parteifreundin Andreas Ypsilanti zum Vorbild. Inhaltlich setzt er auf das Thema Gerechtigkeit, nach der Wahl möchte er auf keinen Fall mit der Linkspartei zusammenarbeiten. Dabei wäre das laut Umfragen seine einzige Chance, Bürgermeister zu werden.

HB HAMBURG. Der Hamburger SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann hat ungeachtet der schwierigen Regierungsbildung in Hessen der Linkspartei in der Hansestadt eine klare Absage erteilt. Auf einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte Naumann zur Begründung, die Linke sei "mental in der DDR stehen geblieben". Die Führungsriege der Hamburger Linken bestehe aus "Maoisten und Trotzkisten, die sich selbst verwirklichen" wollten.

Der Herausforderer des Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust zeigte sich zuversichtlich, die Bürgerschaftswahl in zwei Wochen zu gewinnen. Er strebe ganz klar eine Rot-Grün-Koalition an, fügte Naumann hinzu. Mit den Grünen gebe es auch die größte Schnittmenge im Wahlprogramm. In Umfragen hätte Rot-Grün derzeit aber nur zusammen mit der Linkspartei eine Mehrheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich unterdessen kritisch über eine mögliche Koalition der CDU mit den Grünen in Hamburg. Spekulationen über gemeinsame Politikfelder lehnte sie ab: "Darüber spekuliere ich nicht", sagte Merkel dem "Hamburger Abendblatt". "In jedem Fall gibt es mit der FDP mehr Überschneidungsmöglichkeiten als mit anderen Parteien." Sie kämpfe dafür, dass von Beust seine erfolgreiche Arbeit fortführen könne. Es gehe darum, die absolute Mehrheit der CDU zu verteidigen und in Hamburg "stabile Regierungsverhältnisse" zu schaffen.

Der Hamburger CDU-Spitzenkandidat und Amtsinhaber Ole von Beust hatte dagegen in den letzten Monaten mehrfach ein schwarz-grünes Bündnis nach der Wahl in der Hansestadt als möglich bezeichnet. Es wäre das erste solche Bündnis auf Landesebene. In Hamburg gibt es schon seit Jahren auf Bezirksebene schwarz-grüne Koalitionen. Die Grünen hatten sich allerdings zuletzt ablehnend gegenüber einer Gemeinschaftsregierung mit von Beust geäußert. Sie setzen zunächst auf eine rot-grüne Koalition.

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