Vor Mitgliedervotum
Mehr Parteieintritte bei der SPD

Rund um Wahltermine liegt die Zahl der SPD-Eintritte meist höher als sonst. So auch derzeit: Allein in NRW gab es im September 850 Neuzugänge. Auch der geplante Mitgliederentscheid wirkt sich positiv auf die Zahlen aus.
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BerlinDie Aussicht auf einen Mitgliederentscheid über die angestrebte große Koalition beschert der SPD viele Parteieintritte. Im größten Landesverband Nordrhein-Westfalen mit rund 122.000 Mitgliedern sind es im Oktober bisher rund 700 Eintritte gewesen. Aber auch im September gab es dort schon 850 Neuzugänge. Grundsätzlich liege die Zahl der Eintritte rund um Wahltermine höher, sagte ein Sprecher der NRW-SPD.

Aus Niedersachsen werden ebenfalls viele Neueintritte gemeldet, im September seien es rund 300 gewesen. Ein ähnliches Bild in Bayern: Im September habe es gut 300 Eintritte gegeben, im Oktober bereits rund 330, sagte eine Parteisprecherin am Dienstag auf Anfrage. Normalerweise seien es 150 bis 200 im Monat.

Nach Angaben eines Sprechers des SPD-Landesverbandes Baden-Württemberg treten im Südwesten derzeit ebenfalls überdurchschnittlich viele neue Mitglieder ein – vor allem junge Leute. Allerdings lägen hier noch keine genauen Zahlen vor.

Der geplante Mitgliederentscheid sorge derzeit auch für hohe Eintrittszahlen in Brandenburg, sagte dort die kommissarische SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz. Aber auf niedrigem Niveau: Mit 27 Eintritten seit der Wahl beantragten etwa doppelt so viele Brandenburger ihre Mitgliedschaft wie in einem durchschnittlichen Monat. Darunter ist in Brandenburg aber auch ein besonderer Fall: der der 91 Jahre alten Potsdamerin Ruth Hering.

Insgesamt hat die SPD rund 470.000 Mitglieder. Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, ihr läge noch kein Gesamtbild zur Zahl der Eintritte seit der Wahl vor. Wahrscheinlich Anfang Dezember sollen die SPD-Mitglieder per Briefwahl über Zustimmung oder Ablehnung zu einem Koalitionsvertrag mit CDU/CSU entscheiden. 93.000 Mitglieder müssen sich beteiligen, damit das Votum gültig ist – ansonsten muss ein Sonderparteitag über das weitere Vorgehen entscheiden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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