Vor Tarifrunde: IG Metall kündigt harten Kurs an

Vor Tarifrunde
IG Metall kündigt harten Kurs an

Vor der Tarifrunde für in der Metall- und Elektroindustrie verhärten sich die Fronten: Die IG Metall schließt eine Einigung aus, falls sich die Arbeitgeber nicht auf neue Regeln zur Eindämmung der Zeitarbeit einlassen.
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Neben den Forderungen zur Zeitarbeit verlangt die IG Metall auch bei der Übernahme von Auszubildenden Zugeständnisse von den Arbeitgebern. „Wir können gar nicht zulassen, dass wir am Ende der Tarifrunde über die Ziellinie gehen, ohne in allen Punkten etwas erreicht zu haben“, sagte der einflussreiche Chef des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Ebenso wenig werde die IG Metall einen Abschlag bei der Lohnerhöhung als Preis für ihre Zusatzforderungen akzeptieren. „Da kann es dem Prinzip nach keine Koppelgeschäfte geben“, sagte Burkhard. „Die aufgerufenen Themen sind zu wichtig, als dass wir uns auf darauf einlassen dürften.“

Die IG Metall will in der Tarifrunde 2012 zusätzlich zur Lohnerhöhung durchsetzen, dass Betriebsräte per Tarifvertrag ein Vetorecht gegen den Einsatz von Zeitarbeitern in ihrem Unternehmen erhalten. Zudem fordert sie für Lehrlinge einen tarifvertraglich verankerten Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsplatz nach der Ausbildung. Nach den ersten Vorberatungen in den Bezirken will der IG-Metall-Vorstand am Dienstag seine sogenannte Forderungsempfehlung für die Tarifrunde 2012 beschließen. Beim Thema Lohn streben die Bezirke Erhöhungen von bis zu 6,5 Prozent an.

Besonders die beiden Zusatzforderungen stoßen bei den Arbeitgebern auf massiven Widerstand. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegeisser hatte die IG Metall deswegen kürzlich vor einem „Amoklauf der Unvernunft“ gewarnt und ihr zudem „Übermut“ bescheinigt.

Burkard konterte diese Vorwürfe mit einer Gegenattacke an die Adresse Kannegiessers: „Da kann ich nur sagen: Der Oberlehrer macht es schwerer, zügig zu konstruktiven Lösungen zu kommen“, so Burkhard. Die Forderung nach einer Übernahmegarantie für Auszubildende sei im Übrigen gar keine Belastung für die Arbeitgeber, sagte er. Diese sei vielmehr „ohnehin mindestens kostenneutral“ und stärke die Metallindustrie längerfristig im Wettbewerb um Fachkräftenachwuchs. „Das ist eher ein Angebot der IG Metall an die Arbeitgeber, etwas für unsere Branche zu tun.“

Die Verhandlungen zur Lohnrunde 2012 beginnen in der Metallindustrie Mitte März. Bis Ende April gilt für die IG Metall noch Friedenspflicht.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

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