Vor Treffen mit Merkel
Erdogan setzt Frist für EU-Beitritt

Die Türkei peilt einen EU-Beitritt bis spätestens 2023 an. Kanzlerin Merkel sagte dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan offene Beitrittsverhandlungen zu. Doch in einem wichtigen Streitpunkt gibt es keine Annäherung.
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Berlin

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat das Jahr 2023 als späteste Frist für einen EU-Beitritt seines Landes genannt. Er hoffe nicht, dass Europa die Türkei "so lange hinhalten" werde, sagte Erdogan nach Angaben seiner Partei AKP in Berlin. "Wenn sie versuchen, uns bis dahin hinzuhalten, dann wird die EU verlieren, zumindest werden sie die Türkei verlieren", sagte Erdogan.

Erdogan erinnerte daran, dass seine Regierung die Türkei bis zum 100. Jubiläum der Republik-Gründung im Jahr 2023 in vielen Bereichen grundlegend modernisieren wolle. Für die kommenden Generationen bereite die Regierung "eine ganz andere Türkei" vor, sagte Erdogan nach einem Protokoll seiner Äußerungen auf der AKP-Internetseite.

Erdogan bleibt bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt seines Landes beim Thema Zypern-Konflikt hart. Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin sagte Erdogan bei ausschließlicher Bezeichnung des EU-Mitglieds Zypern als „Süd-Zypern“: „Dass Süd-Zypern aufgenommen wurde in die EU, das ist ein Fehler gewesen. Und dieser Fehler wächst immer weiter.“ Erdogan sagte, Merkel sehe das auch so. Die Kanzlerin regierte nicht darauf.

Merkel sicherte Erdogan „ehrliche“ Verhandlungen der Europäischen Union (EU) über einen Beitritt der Türkei zu. „Diese Verhandlungen werden weitergehen unbeschadet der Fragen, die wir grundsätzlicher Art zu klären haben. Deutschland steht zu diesem Prozess, dass diese Verhandlungen fortgeführt werden.“

Ankara will Vollmitglied der EU werden, erkennt das EU-Mitglied Zypern aber nicht an. Dies ist einer der Streitpunkte. Erdogan sagte: „Wir erkennen Nord-Zypern als Staat an.“ Er beklagte, dass die Türkei bei vielen Gesprächen der EU „gänzlich außen vor gestellt“ werde.

Auf die Frage, ob sie als Kanzlerin im Konflikt mit ihrem Amt als Vorsitzende der CDU stehe, die statt einer Vollmitgliedschaft nur eine privilegierte Partnerschaft der Türkei in der EU haben will, versprach Merkel ergebnisoffene Verhandlungen. Die CDU habe ihre Haltung schon gehabt, als sie 2005 Kanzlerin geworden sei. „Dennoch gab es die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen.“

Kurz vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan haben die Grünen Unterstützung für einen EU-Beitritt der Türkei gefordert. Parteichef Cem Özdemir sagte am Mittwoch im Deutschlandfunk, derzeit sei die Türkei nicht reif für die Aufnahme. Sie habe sich aber verändert, wie eine offenere Diskussion über die Kurdenfrage zeige.

Merkel (CDU) wollte Erdogan am Mittag im Kanzleramt treffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs dürften der Bürgerkrieg in Syrien und die Lage der syrischen Flüchtlinge stehen. Ein Streitthema zwischen Berlin und Ankara ist die Kurden-Frage. Erdogan wirft Deutschland und Frankreich vor, nicht entschlossen genug gegen Anhänger der als terroristisch eingestuften kurdischen PKK vorzugehen.

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  • @GAME.OVER.. ich glaube Sie haben sich am Adressaten geirrt, Nicht ich bin der neoliberale faschist, sondern meine Vorgänger, die hier Ihre Gesülze gepostet haben. Sie solten sich mal die Mühe machen und deren Texte mal richtig durchlesen. Es grenzt an Schizophrenie, um anzunehmen das die Türken schuld an der Misere GR sind. ( Zitat von Paul7744 )
    Und ob es Ihnen oder Ihren Gesinnungsgenossen das Passt oder nicht, ist mir oder uns den Türken im grunde Sch..ss egal, wir werden uns dem Diktat der EU und sonstigen möchte gern Imperialisten nicht Beugen..Punkt aus.
    Jahrhunderte lang die ganze 3.Welt versklavt und ausgebeutet und es immer noch tun, um an billige Rohstoffe ran zukommen oder Ihren Machtbereich zu erweitern ( siehe Afrika; Ghana, Guinea, Togo, Nigeria all in diesen Ländern werden Erze, Gold, Diamanten und Öl gefördert, Südamerika; Bolivien seltener Erden, Kolombien Cafe, Ecuador Bananen und in Asien das gleiche ) und wer ist hier faschistisch veranlagt ?

  • Wenn zur Verteidigung Deutschlands Waffen ausgegeben werden, ich will auch eine! Ich liebe meine Freiheit & unsere friedliche Kultur!

  • Möge Gott uns vor dieser Plage schützen!
    Und vor unseren unterbelichteten gefährlichen Gutmenschen Politikern
    CDUCSUFDPSPDGRÜNELINKE

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