Vor UN-Konferenz
Obama ist Wirtschaft wichtiger als Klimaschutz

Noch am Wahlabend setzte Barack Obama das Thema Klimaschutz auf seine Agenda. Konkrete Schritte gegen die Erderwärmung wird er in naher Zukunft aber wohl nicht unternehmen. Andere Probleme sind dringlicher für ihn.
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WashingtonNach seinem Wahlsieg traute sich Barack Obama wieder, das Wort vom Klimawandel in den Mund zu nehmen. Der Kampf gegen die Erderwärmung sei eine "Pflicht gegenüber künftigen Generationen", sagte der US-Präsident, nachdem er zu dem in den Vereinigten Staaten umstrittenen Thema lange geschwiegen hatte. Eine Führungsrolle Washingtons scheint bei der am Montag beginnenden UN-Klimakonferenz in Doha aber unwahrscheinlich. Obama scheut konkrete Versprechen und will zunächst die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Außerdem setzen die USA weiter stark auf fossile Brennstoffe

"Ich bin der festen Überzeugung, dass der Klimawandel echt ist und durch menschliches Verhalten beeinflusst wird", sagte Obama vergangene Woche bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Wiederwahl. Bereits in der Wahlnacht hatte er erklärt, Kinder sollten in einem Land aufwachsen, das "nicht von der zerstörerischen Gewalt eines sich erwärmenden Planeten bedroht" werde.

Einzelheiten, wie er dieser Gefahr zu begegnen denke, bleibt Obama aber schuldig. Obama erklärte vage, er werde in den kommenden Wochen und Monaten eine "Unterredung" mit Wissenschaft und Politik über "kurzfristige Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasen" führen.

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der schwachen Konjunktur legt Obama den Schwerpunkt voll auf die Wirtschaftspolitik. Es sei "verständlich", dass die Menschen in den USA zunächst in diesem Bereich eine Lösung erwarteten, sagte er. "Obama über die Klimapolitik: Nicht jetzt", fasste die "New York Times" die Haltung des Präsidenten zusammen.

Obama könnte sein politisches Kapital nach der Wiederwahl durchaus für einen Vorstoß in der Klimapolitik nutzen, sagt Alexander Ochs, Direktor des Klima- und Energieprogramms der Washingtoner Denkfabrik Worldwatch Institute. "Doch die Gegner jeder staatlichen Regulierung sind weiter stark und bringen sich längst wieder in Stellung." Vor allem die Republikaner laufen gegen schärfere Umweltauflagen für die Wirtschaft Sturm und könnten mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus eine neue Klimainitiative blockieren. Einige in der Partei halten den Klimawandel schlicht für ein Märchen.

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Klimaschutz spielte im Wahlkampf keine Rolle

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  • @ Achillessienne
    Kann es sein, dass bei Ihnen etwas gerissen ist? Fangen Sie aber nicht an den Fersen an zu suchen!

  • Der gesunde Menschenverstand sagt "Ohne florierende Wirtschaft keinen Klimawandel, denn der muß schließlich bezahlbar sein".
    Obama handelt also korrekt.

  • @ Zensi
    Ich hab mir WUWT mal angesehen und komme zu dem Schluss, dass Sie `ne merkwürdige Art haben, mir Recht zu geben. Dort stehen doch unter den Referenzen genau die gleichen Daten, wie beim Umweltbundesamt, was die Zeit nach 1850 angeht. Für die letzten 2000 Jahre hab ich dort aber nichts gefunden. Ich sehe auch keinen Widerspruch, wenn 1840 der CO2-Gehalt höher gewesen sein soll als heute, schließlich gibt es noch andere Emittenten als uns. Der CO2-These kann ich mich auch insofern nicht ganz anschließen, als dass mehr CO2 auch mehr Treibhauseffekt bedeutet. Für ein Gewächshaus ist es schließlich auch unwesentlich, ob Sie es mit 5 oder 10 mm dickem Glas eindecken. Ob die Klimapäpste dass nun auch so sehen oder nicht, sei dahingestellt.
    Dass es den Treibhauseffekt gibt, ist aber unbestritten und dass wir gigantische Mengen Wärme produzieren auch. Der Treibhauseffekt sorgt aber dafür, dass die von uns erzeugte Wärme auch hier bleibt und nicht ins All entweicht. Deshalb ist es überfällig, uns mit den Auswirkungen dieser erzeugten Wärme auseinanderzusetzen, anstatt sie zu leugnen. Eine davon ist das Abschmelzen der Gletscher und des Polareises und genau das kann auch die Ursache sein, wenn die Temperaturen eine Zeit lang nicht steigen. Schließlich bindet dieser Prozess latente Wärme. Wenn davor die Temperaturen messbar gestiegen sind, dann womöglich deshalb, weil das Eis zunächst bis zum Schmelzpunkt aufgewärmt wurde. Da wir den Schmelzpunkt aber bereits überschritten haben, sollten wir zu Amphibien mutieren.

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