„Vorausschauend handeln“
Merkel fordert mehr Hochwasserschutz

Selten sind sich die Fraktionen so einig. Über alle Parteien hinweg klingt die Forderung nach mehr Hochwasserschutz und engere Zusammenarbeit bei Katastrophen. Doch ganz ohne Stichelei ging es nicht zu.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach der zweiten Flutkatastrophe innerhalb von nur elf Jahren Konsequenzen für mehr Hochwasserschutz gefordert. „Wir müssen vorausschauend handeln“, sagte Merkel am Dienstag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Es seien neue Konzepte nötig, für die alle ihren Beitrag leisten müssten. Der Aus- und Neubau von Deichen sei wichtig. Allein reiche dies aber nicht aus, um mit extremem Hochwasser fertig zu werden. Es müssten auch mehr großräumige Rücklaufgebiete für Flüsse geschaffen werden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte in der Sondersitzung des Bundestages einen nationalen Pakt für Hochwasserschutz. Es sei damit zu rechnen, dass extreme Wetterereignisse zunehmen werden. „Wir müssen beim Hochwasserschutz in Deutschland sehr viel enger zusammenrücken.“ Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) sprach sich für einen beschleunigten Hochwasserschutz mit „Vorfahrtsregeln“ aus.

Merkel lobte wie Vertreter aller Parteien die Solidarität mit den Flutopfern. „Wir erleben einmal mehr: In der Stunde der Not stehen die Menschen in Deutschland zusammen“, sagte die Kanzlerin. „Wir sind ein starkes Land. Der Zusammenhalt ist eine der größten Stärken unseres Landes.“ Für ein Fazit sei es noch zu früh. Die Gesamthöhe der Schäden sei überhaupt noch nicht absehbar.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring hob die Haushaltspolitik der schwarz-gelben Koalition hervor. Durch Maßhalten in den vergangenen Jahren seien die zusätzlichen Gelder für den Aufbauhilfefonds möglich. CDU-Haushaltsexperte Norbert Barthle betonte, dank der Risikopuffer könnten die Hilfen gestemmt werden, ohne die Schuldenbremse zu tangieren und die dort erlaubte Not- und Ausnahmeregel für neue Kredite zu nutzen.

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„Auf Pump finanziert“

Kommentare zu " „Vorausschauend handeln“: Merkel fordert mehr Hochwasserschutz"

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  • Früher baute man Städte und Dörfer oberhalb der tieferliegenden Überflutungsflächen!- Heute schafft man billiges „Bauland" oder bewirtschaftbare Flächen, in dem man bebaubare oder bewirtschaftbare Flächen in (gefährdeten) tieferliegenden Überflutungsflächen ausweist oder tieferliegende Flächen eindeicht, um sie dann zur Bebauung oder Bewirtschaftung frei zu geben!

    Vielleicht wäre es nun ein folgerichtiger Ansatz mal darüber nachzudenken, mögliche tieferliegende Überflutungsflächen erst gar nicht zu bebauen und für gefährdete Flächen einen grundsätzlichen Baustopp zu verhängen!

    Denn eines ist klar, jede Hochwasser-Schutzmaßnahme ist in ihrer Wirkung endlich.- Und diese Endlichkeit wird im wesentlichen durch den Klimawandel bestimmt, der mehr und mehr auch uns treffen wird und dessen Konsequenzen wir mit zu tragen haben!

    Jetzt den betroffenen Mitbürger zu helfen ist richtig!- Dennoch muss man überlegen, wie zukünftig die Notwendigkeit der Hilfe minimiert wird;- in dem man sich mehr mit den Ursachen für die Notwendigkeit der Hilfe auseinandersetzt und soweit möglich die Ursachen sinnvoll beseitigt!

    Und dieTatsache das Versicherungen bestimmte Objekte (aufgrund der Gefährdungsanalyse) überhaupt nicht mehr gegen Hochwasserschäden versichern, wäre ein guter Anhalt....

  • Merkel fordert mehr Hochwasserschutz!! Von wem fordert sie denn das? Sie soll nicht fordern, sondern handeln. Das ist ihr Job. Hat niemand ihr das erklärt?

  • Zitat : Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach der zweiten Flutkatastrophe innerhalb von nur elf Jahren Konsequenzen für mehr Hochwasserschutz gefordert. „Wir müssen vorausschauend handeln“, sagte Merkel am Dienstag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag.

    - Die Zonenwachtel in ihrem Element...sie fordert mehr Hochwasserschutz...??!!!
    Vorausschauend handeln ?

    Wer regiert uns nun seit 8 Jahren......??????? !

    Der Petrus ?

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