Vorbild Dänemark
Kieler Minister für höhere Besteuerung fossiler Brennstoffe

Bei der Umsetzung der Energiewende lohnt ein Blick auf Dänemark, sagt der Kieler Energiewende-Minister Habeck. Dort zeigt sich, dass eine Verteuerung fossiler Energieträger Vorteile bringt – auch für die Wirtschaft.
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BerlinDer schleswig-holsteinische Energiewende-Minister Robert Habeck (Grüne) plädiert dafür, sich bei der Umsetzung der Energiewende stärker an der dänischen Energiestrategie zu orientieren. Er nahm dabei Bezug auf eine Studie des Handelsblatt Research Institute im Auftrag des US-Konzerns General Electric (GE).

Der Verweis in der Studie auf Dänemark sei im Wärmesektor genau richtig, sagte Habeck Handelsblatt Online. Schleswig-Holstein habe das dänische Vorbild seit zwei Jahren genauer analysiert und arbeite an einer erneuerbaren Wärmeversorgung. „Allerdings ist der Hauptmotor in Dänemark eine Abgaben- und Steuerpolitik, die fossile Energien verteuert - woran sich Deutschland bisher nicht herantraut“, fügte Habeck hinzu. „Aber nur wenn man den fossilen Verbrauch verteuert, schafft man Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.“ Die Energiewende sei dabei „Transmissionsriemen, aber nicht der Feind von Wirtschaft“.

Fossile Energien werden in Dänemark sehr viel höher besteuert als in Deutschland. Während die Deutschen nur 0,55 Cent/Kilowattstunde (kWh) an Erdgassteuer zahlen, belaufen sich die dänischen Abgaben und Steuern für die Nutzung fossiler Energieträger auf rund 3,81 Cent/Kilowattstunde (kWh). „Dadurch entsteht ein Anreizsystem, das den Einsatz erneuerbarer Energien marktgesteuert und ohne staatliche Förderung vorantreibt“, wie Experten in einer von Habeck in Auftrag gegebenen Studie schreiben. Die Wärmepreise in Dänemark befänden sich aber dennoch weitgehend auf deutschem Niveau.

Die Handelsblatt-Studie „Neue Impulse für die Energiewende – Was die deutsche Energiepolitik aus dem internationalen Vergleich lernen kann“ vergleicht insgesamt 24 Volkswirtschaften von OECD- und BRICS-Ländern nach ihren Fortschritten bei der Energie- und Klimapolitik.

Auch der Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, verweist auf Dänemark als Vorbild. Mit der Förderung und dem Ausbau der hocheffizienten Kraft-Wärem-Kopplung (KWK) sei es dort gelungen, die Strom- und Wärmeversorgung nachhaltiger zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund forderte Krischer die Bundesregierung auf, mit der Energiewende endlich wieder Ernst zu machen. Nur dann könne Deutschland wieder seinen Vorbildcharakter bei der Energiewende zurückerhalten. Doch die Große Koalition betreibe derzeit genau das Gegenteil, kritisierte der Grünen-Politiker. „Sie bremst die Erneuerbaren aus, schafft keine Anreize zum Energiesparen und es gibt weiter keinen Markt für Energieeffizienz.“ Schon heute produzierten neue Wind- und Solaranlagen günstiger Strom als neue Gas- oder Kohlekraftwerke.

„Statt jährlich Milliarden für den Import von Energierohstoffen an Putin oder die Scheichs in Saudi-Arabien zu überweisen, brauchen wir den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren, mehr Energiesparen und mehr Energieeffizienz“, sagte Krischer.

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  • Die grünen Bevormunder kommen wieder aus den Löchern, obwohl sie nichts mehr zu sagen haben. Sie kennen nur Steuer- und Abgabenerhöhungen. Woher die Bürger das Geld nehmen sollen, sagen sie nicht! Nein, Multi-Kulti und Bevormundungen bis in alle Lebensbereiche hinein wollen die Bürger nicht. Darum gehören die grünen Kommunisten in die Tonne. Für immer.

  • Die "Kommunisten im Tarnkleid des Naturschutzes" stehen für immer höhere Steuern und immer mehr Regulierung, immer mit Naturschutz/Umwelt begründet. Wie die "Kommunisten im Tarnkleid des Naturschutzes" zu Deutschland stehen läßt sich sehr einfach "googeln"!
    UNWÄHLBAR, für alle die lesen können!!!

  • "Facebook ist eine Schnüffel-Anwendung zum Ausspionieren der Menschen. Das ist ganz klar."
    ---
    Na ja, wer zwingt einen, bei FB mitzumachen? Ich habe bis heute keinen Account dort, was sich auch nicht ändern wird, und alles, was auch nur entfernt mit FB, Google+ o.ä. zu tun hat, wird auf meinem Rechner als Sicherheitsrisiko aktiv geblockt.

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