Vorgänger verzichteten
Unmut über Gabriels Parteichef-Salär

In der SPD sind einige erstaunt, dass sich Sigmar Gabriel neben dem Ministeramt auch für den Parteivorsitz bezahlen lässt. Vorgänger hielten dies anders. Auch die Kanzlerin ist ehrenamtlich CDU-Chefin.
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BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bezieht im Gegensatz zu seinen Kollegen von CDU und CSU ein zusätzliches Honorar für die Arbeit als Parteichef. „Sigmar Gabriel erhält in der laufenden Legislaturperiode eine steuerpflichtige Aufwandsentschädigung“, bestätigte ein SPD-Sprecher einen Bericht der „Bild am Sonntag“.

Von Januar bis März hatte Gabriel zunächst keine Vergütung mehr für die Arbeit als Vorsitzender bekommen. Derzeit gibt Gabriel auf der Seite des Bundestags als monatlichen SPD-Verdienst Stufe 1 an (1000 bis 3500 Euro). Parteikreisen zufolge handelt es sich um eine Summe unter 2000 Euro, auf Nachfrage wollte die Partei sie aber nicht nennen.

Ein Mitglied des Präsidiums äußerte in der „BamS“ anonym Kritik: „Es hat ziemliches Erstaunen hervorgerufen, dass sich Gabriel auch als Minister zusätzlich von der Partei bezahlen lässt. Das trägt nicht zur Glaubwürdigkeit bei.“ Vorgänger wie Franz Müntefering hatten auf eine zusätzliche Entlohnung verzichtet. Müntefering sagte dem Blatt: „Ich war in meiner Zeit als SPD-Vorsitzender immer Abgeordneter. Zum Teil war ich sogar Fraktionsvorsitzender und habe dafür einen Zuschlag bekommen. Ich fühlte mich also immer gut genug bezahlt.“

Die Parteilinke Hilde Mattheis forderte von Gabriel einen Verzicht auf das Geld aus der Parteikasse, so wie das auch frühere Vorsitzende mit Minister- oder Ministerpräsidentenamt gehalten hätten. „Es wäre der eigenen Partei vermittelbarer, wenn Sigmar Gabriel auf seine zusätzlichen Bezüge als SPD-Vorsitzender verzichtet. So hat er es ja auch von Januar bis März 2014 gehalten“, sagte Mattheis der „Welt“.

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Unmut über Gabriels Parteichef-Salär

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14.000 Euro im Monat für seine Arbeit als Minister

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  • @ daccord44,
    welche Politiker sollten denn mit den "Leistungen" von "Spitzenmanagwern" (Middelhoff, Nonnenmacher, Schulz, usw) gleich gestellt werden?
    Z.B. Bundestagsabgeordnete sind Bundesrichtern gleich gestellt - auch ohne deren (jede) Qualifikation haben zu müssen. Da liegt der Hase begraben.

  • Liebe Kommentatoren,liebe Journalisten und REdakteure,
    wir sollten die Gehälter und Bezüge unserer Spitzenpolitiker ins Verhältnis zu den Einkommen und Vergünstigungen unserer Spitzenmanager setzen und nicht in das von HartzIV-Empfängern. Ich bin jedenfalls stolz darauf, dass Deutschland unsere Spitzenpolitiker ordentlich bezahlen kann und diese nicht -wie es in anderen Ländern dieser Welt üblich ist- auf "Zuwendungen" aus der Wirtschaft angewiesen sind.

    Ich erwarte hier doch etwas mehr Fairness. Und die AfD, bitte erst einmal abwarten. Auch diese Partei bekommt Zuwendungen aus Steuergeldern und kann sich damit ihre Hände nicht in Unschuld waschen.

    Beste Grüße aus der Berliner SPD
    von einer rein "Ehrenamtlichen"

  • Ja und? Heute will doch jeder nur möglichst schnell möglichst reich, und noch reicher werden.

    Neben dem klassischen Unternehmertum (schaffen von Werten für die Gesellschaft), bietet unser Staat einer nicht unerheblichen Anzahl Personen nun auch die Möglichkeit aus Steuern und Abgaben zu Millionären zu werden. Ist doch toll. Für jeden was dabei.

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